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kobinet-nachrichten 19.02.2007 - 07:00
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Europaweite Vernetzung behinderter Frauen

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Kassel (kobinet) Alles spricht von Europa. Da werden auch behinderte Frauen aktiv und wollen, beginnend mit einer Konferenz vom 2.-4. Mai in Berlin, ein europäisches Netzwerk aufbauen. Für die kobinet-nachrichten sprach Sigrid Arnade mit Brigitte Faber, einer der Veranstalterinnen der Konferenz vom Weibernetz e.V. omp

kobinet-nachrichten: Deutschland hat im ersten Halbjahr 2007 die Ratspräsidentschaft der EU, das Jahr 2007 ist das europäische Jahr der Chancengleichheit für alle. Das sind sicherlich gute Gründe für behinderte Frauen, stärker international zu denken. Aber welches sind die tieferen Gründe dafür, jetzt ein europäisches Netzwerk behinderter Frauen aufzubauen?

Brigitte Faber: Der Wunsch, ein europäisches Netzwerk behinderter Frauen aufzubauen, wurde erneut in New York City laut. Inmitten der internationalen Arbeit an der UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen haben wir Frauen mit Behinderung aus Europa eines nachmittags zusammen gesessen und festgestellt, dass wir diesen Austausch und eine solch exzellente und erfolgreiche Zusammenarbeit gerne dauerhaft auf der europäischen Ebene hätten.

kobinet-nachrichten: Welche Inhalte sind für die Konferenz geplant? Und welche Ziele haben die Veranstalterinnen?

Brigitte Faber: Der erste Tag gilt dem Austausch zu unterschiedlichsten Themen wie z.B. Erwerbsarbeit, Sexualität oder Assistenz sowie der Erarbeitung resultierender Forderungen an die europäische Politik. Ab dem zweiten Tag wollen wir mit allen Anwesenden gemeinsam an den Strukturen stricken, die das Netzwerk haben soll. Ziel ist es, ein aktives Netzwerk zu schaffen, in das sich möglichst viele Frauen mit Behinderung sowie bestehende Zusammenschlüsse einbringen können.

kobinet-nachrichten: Was könnten die Aufgaben eines europäischen Netzwerkes behinderter Frauen sein und welche Vorteile für einzelne behinderte Frauen in Deutschland sind durch solch ein Netzwerk denkbar?

Brigitte Faber: Die europäische Politik gewinnt immer mehr an Bedeutung. Das Netzwerk könnte dafür sorgen, dass Frauen mit Behinderung nicht nur beim Thema Behinderung, sondern in allen relevanten Bereichen wie z.B. Arbeitsmarktpolitik, Gewaltprävention oder Bildung und Erziehung berücksichtigt werden. Auch gilt es in den nächsten Jahren, die Vorgaben der UN-Menschenrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen, in der die Berücksichtigung der Belange behinderter Frauen ausdrücklich verankert sind, für Europa umzusetzen.
Und die Probleme von Frauen mit Behinderung sind in ganz Europa grundsätzlich die gleichen - wenn auch in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Geringes oder gar kein eigenes Einkommen, Gewalterfahrung, Barrieren in der Gesundheitsversorgung sowie eine Nicht-Berücksichtigung in Politik und Praxis - damit haben alle Frauen mit Behinderung in Europa zu kämpfen. Über den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit können wir auch in den eigenen Ländern weiter vorankommen.

kobinet-nachrichten: Wie können sich interessierte Personen anmelden?

Brigitte Faber: Tagungsunterlagen gibt es bei Weibernetz e.V., Tagungsorganisation c/o Gracia Trapp, E-Mail: gracia.trapp@weibernetz.de, Fax: 06131/14674 440 oder auf der Webseite www.weibernetz.de.

kobinet-nachrichten: Danke für dieses Gespräch.
 

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