
Berlin (kobinet) Im Lazarus-Heim an der Brunnenstraße in Wedding wurde womöglich nicht nur eine Seniorin mit Medikamenten ruhig gestellt, bevor der medizinische Dienst zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit kam. Das berichtet heute die Berliner Zeitung über einen Pflege-Skandal, bei dem die Staatsanwaltschaft ermittelt. Am Wochenende hätten sich die Hinweise verdichtet, wonach es offensichtlich weitere Fälle von Körperverletzung und Betrug gab und die Heimleitung davon wusste.
Eine 86-jährige Heimbewohnerin mit der Pflegestufe eins soll im August vergangenen Jahres vor einer ärztlichen Kontrolle mit Medikamenten ruhig gestellt worden sein, um sie kränker erscheinen zu lassen. Damit sollte eine höhere Pflegestufe durchgesetzt werden.
Das evangelische Jugend- und Fürsorgewerk Lazarus kündigte indessen interne Untersuchungen an. Ab heute werde ein Ausschuss die Vorgänge des vergangenen Jahres noch einmal genau prüfen. Die Heimleitung spricht weiter von einem Einzelfall, bei dem personelle Konsequenzen gezogen worden seien. sch