Berlin (kobinet) Auf eine online-Umfrage zum Pharmasponsoring von Selbsthilfeorganisationen hat heute Gudrun Kemper von der Breast Cancer Action Germany in Berlin kobinet aufmerksam gemacht:
Viele Selbsthilfeorganisationen haben heute Richtlinien verabschiedet, die bei der Einwerbung solcher Mittel für die Legitimierung sorgen sollen. In den vergangenen Jahren hat jedoch eine Welle öffentlicher Kritik in Radiobeiträgen, Fernsehberichten und der Presse das Thema aufgegriffen, um auf Interessenkonflikte und Gefahren im Zusammenhang mit dieser Finanzierungsform hinzuweisen (siehe auch Broschüren der Pharmaindustrie häufig geschönt). Transparenzmängel und Arbeitsweise in der Selbsthilfe wurden damit auf den Prüfstand gestellt und eine offensive Diskussion um Integrität in Selbstorganisationen begann.
Selbsthilfe hat Imageschäden erlitten und bei genauer Betrachtung zeigen sich globale Muster, die bis in nationale Selbsthilfeorganisationen hinein spürbar werden. Das Problem ist nicht neu. Jedoch haben sich in anderen Ländern bereits seit längerem Alternativen entwickelt.
In einigen gesellschaftlichen Bereichen ist eine Sensibilisierung im Zusammenhang mit Interessenkonflikten längst angekommen und beim Engagement gegen Krebserkrankungen spielen ethische Ansätze immer mit. Nicht ohne Grund hat auch das Deutsche Krebsforschungszentrum aktuell seine Einwerbung von Mitteln aus der Tabakindustrie gestoppt.
Mit Breast Cancer Action Germany hat sich im Bereich Brustkrebs eine neue Gruppe von Frauen zusammengeschlossen, die mit ihrem privat finanzierten Low-Budget-Projekt neue Wege sucht. Die Gruppe lehnt sich an die Arbeit von Breast Cancer Action in San Francisco und Montreal an. Die BCAction-Gruppen lehnen Finanzierungen im Interessenkonflikt grundsätzlich ab, nicht zuletzt um damit die Objektivität der eigenen Arbeit nicht zu gefährden. sch
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A. Heinker schrieb am 02.03.2007, 21:42
Herr "Max Mütze",
dann sollten wir uns über die Bestechlichkeit von Journalist/innen unterhalten, die es gewiss auch zu geben scheint; die vielen Parties, die gratis besucht werden können, hier ein Häppchen und dort ein Sektchen. Hier eine günstige Urlaubsreise und dort eine günstige Versicherungspolice usw.
Mit Klarnamen beste Grüße,
A. Heinker.
Max Mütze schrieb am 02.03.2007, 18:25
Gudrun Kemper hat überzeugend argumentiert. Aber kann man nicht ein wenig Kohle abgreifen von einem Pharmaunternehmen, wenn es darum geht, ein von Krankenkassen noch abgelehntes Medikament durchzusetzen, das nach Erfahrung in Selbsthilfegruppen und der Praxis der Mediziner dringend nötig ist?