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kobinet-nachrichten 02.05.2007 - 00:32
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Zwei aus dem europäischen Frauennetzwerk

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Berlin (kobinet) In Berlin beginnt heute ein dreitägiges Treffen, auf dem ein Netzwerk behinderter Frauen in Europa gegründet wird. Zwei Frauen aus dem Netzwerk stellt kobinet vor: Elke Heinzelbecker aus Deutschland und Kicki Nordström aus Schweden, die von der Berliner Journalistin Sigrid Arnade interviewt wurden.

Für die 47-jährige Elke Heinzelbecker aus Deutschland ist es eine große Barriere, wenn sie "geistig behindert" genannt wird. "Ich bin eine Frau mit Lernschwierigkeiten", sagt sie selbstbewusst von sich selbst. Sie arbeitet in einer Werkstatt für behinderte Menschen. In ihrer Freizeit schwimmt Elke leidenschaftlich gerne. Bei verschiedenen Wettkämpfen hat sie insgesamt schon neun Medaillen gewonnen.

Mit Anfang 20 war Elke schwanger und wäre gerne Mutter geworden. "Ich musste abtreiben," erzählt sie. Die Mitarbeiterinnen in dem Wohnheim, in dem sie damals wohnte, wollten es so, und sie konnte sich nicht wehren. Anschließend wurde sie sterilisiert, ebenfalls gegen ihren Willen.

Recht hilflos war Elke auch, als sie einen gewalttätigen Freund hatte, der sie schlug. Einmal warf er in einem Wutanfall eines ihrer Meerschweinchen gegen die Wand. "Ich wollte noch mit Kamille das Blut abwaschen, aber es war zu spät," erzählt sie mit Tränen in den Augen. Schließlich griffen die Mitarbeiterinnen der Werkstatt ein und beendeten die Beziehung. Heute würde ihr so etwas nicht mehr passieren: "Ich würde zurückschlagen", sagt sie voller Überzeugung.

 

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Foto zeigt Kicki Nordstrom
Nordström (Foto: Privat)

Gewalt ist für viele Frauen mit Behinderung ein großes Problem. So sind behinderte Frauen nach UN-Angaben doppelt so häufig von sexueller Gewalt betroffen wie nicht behinderte Frauen. "Frauen mit Behinderung sollten keiner Form von Gewalt, Missbrauch, Belästigung, Vernachlässigung oder Verletzung ihrer Menschenrechte ausgesetzt sein," wünscht sich Kicki Nordström aus Schweden. Sie regte an, dass in Schweden eine Untersuchung zum Thema "Frauen mit Behinderung und Gewalt" durchgeführt wurde, deren Ergebnisse voraussichtlich Ende Mai 2007 veröffentlicht werden.

Kicki ist blind und arbeitet für die "World Blind Union". Sie hat in den letzten Jahren engagiert an der Erarbeitung der UN-Konvention über die Rechte von behinderten Menschen mitgewirkt. Dabei hat sie sich auch dafür eingesetzt, dass Frauen mit Behinderung in der Konvention sichtbar werden. Sie kennt die Benachteiligungen von behinderten Frauen: "In Schweden haben es behinderte Männer leichter als behinderte Frauen, die sozialen Dienstleitungen zu bekommen, die sie brauchen. Das ist statistisch erwiesen, und es ist äußerst problematisch," sagt Kicki. Ihr selbst werden pro Woche zehn Stunden Assistenz von der Gemeinde finanziert. Davon bezahlt sie eine Haushaltshilfe und ihren ältesten Sohn, der mit ihr einkaufen geht.

Kicki ist seit 25 Jahren mit ihrem zweiten Mann verheiratet. Sie hat insgesamt fünf Kinder, zwei aus der ersten und drei aus der zweiten Ehe. "Meine Kinder haben sich nie für ihre behinderte Mutter geschämt," erzählt sie. "Sie haben ihre Freunde mitgebracht und haben mich vorgestellt: ´Das ist meine Mutter und sie ist blind´, als gäbe es nichts Normaleres auf der Welt."

Die behinderten Frauen wollen sich vernetzen und verstärkt zusammenarbeiten, "damit wir nicht länger an den Rand gedrängt werden", wie Kicki es formuliert. Die Schwedin wird auf der Veranstaltung als eine der Hauptreferentinnen über die Lebenssituation behinderter Frauen in Europa sprechen. sch
 

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