
Berlin (kobinet) Das Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) hat gestern der Beauftragten der Bundesregierung Karin Evers-Meyer und den behindertenpolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen die Dokumentation der Kampagne "Ich muss ins Krankenhaus ... und nun?" in Berlin übergeben.
"Wir haben immer wieder von behinderten Menschen, die auf persönliche Assistenz angewiesen sind, von Problemen gehört, wenn diese ins Krankenhaus müssen. Denn meist ruht dann die Finanzierung ihrer sonst üblichen Assistenzleistungen und sie können im Krankenhaus dann nicht auf die nötigen Hilfen zurückgreifen, die sie aufgrund ihrer Behinderung brauchen", erklärte Elke Bartz den Grund, warum ForseA die Kampagne gestartet hat. Die ForseA-Vorsitzende führte dabei auch aus, dass dies für die Betroffenen zum Teil dramatische Folgen hat, wenn sie im Krankenhaus nicht auf die Hilfen zurückgreifen können, die sie behinderungsbedingt benötigen und machte deutlich, dass dies zuweilen lebensgefährlich werden könne. Kernziele der von der Aktion Mensch geförderten und in Partnerschaft mit dem Institut für Pflegewissenschaften der Privaten Universität Witten-Herecke durchgeführten Kampagne war es, auf das Problem aufmerksam zu machen, das Thema wissenschaftlich zu erforschen, ein Rechtsgutachten zu erstellen und Erfahrungen von Betroffenen darzustellen.
Helmut Budroni von der Universität Witten-Herdecke führte dann auch aus, dass u.a. auch behinderte Menschen über ihre Erfahrungen mit der Assistenz im Krankenhaus befragt wurden und dadurch die Problemlage bestätigt wurde. Es wurden aber auch 1.000 Krankenhäuser angeschrieben, wobei sich 60 Personen zurückgemeldet haben. Die Problemlage sei klar, nun müssten Lösungen gefunden werden, die den Betroffenen Sicherheit geben, denn meist seien die entsprechenden Leistungen nicht vom ohnehin oft überlasteten Krankenhauspersonal abzudecken, erklärte der Pflegeexperte.
Für Karin Evers-Meyer, die die Dokumentation als Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen entgegen nahm, war die Sache klar. "Wir müssen hier was tun, um die Sicherheit der Betroffenen zu gewährleisten. Es handelt sich dabei um eine Lücke im System, über die wir nun in den verschiedenen Arbeitskreisen beraten werden." Die Behindertenbeauftragte zeigte sich dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber, weil sie bei einer Podiumsdiskussion vor einem Jahr auf der RehaCare in Düsseldorf bereits von den Problemen erfahren habe.
In der Diskussion mit den anwesenden Behindertenbeauftragten wurden eine Reihe von Fragen beantwortet und Möglichkeiten für Regelungen erörtert. Hubert Hüppe plädierte beispielsweise dafür, die Möglichkeiten des SGB V näher zu beleuchten, so dass die Kosten über die Gesundheitsleistungen getragen werden könnten. Ilja Seifert regte an, durch einen gemeinsamen Entschließungsantrag der Fraktionen wenigstens den Blickpunkt auf das Problem zu setzen. omp