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18.09.2007 - 13:15

Ratifizierung der UN-Konvention wird vorbereitet.

Berlin (kobinet) Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zugesagt, die Ratifizierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zügig vorzubereiten. Das ist das Ergebnis des heutigen Gesprächs der Bundeskanzlerin mit dem Sprecherrat des Deutschen Behindertenrates unter dem Vorsitz von Horst Frehe und der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer. Dies teilte das Bundeskanzleramt heute in einer Pressemeldung mit.

Deutschland gehört zu den Erstunterzeichnern des Abkommens. Es schützt und stärkt weltweit die Rechte behinderter Menschen. Die Bundeskanzlerin versicherte: "Die Bundesregierung wird so schnell wie möglich den Entwurf eines Gesetzes zur Ratifizierung des Übereinkommens erarbeiten, damit es für Deutschland rechtlich verbindlich wird".

Die Bundeskanzlerin würdigte ausdrücklich das Engagement der Verbände im Verhandlungsprozess bei den Vereinten Nationen, das viel zur Qualität des Vertragswerkes beigetragen habe. Sie bat die Verbände, ihren Fachverstand auch im Ratifizierungsverfahren einzubringen.

Die GesprächsteilnehmerInnen zogen zudem eine Bilanz nach fünf Jahren Behindertengleichstellungsgesetz: "Sie waren sich darin einig, dass es trotz erheblicher Fortschritte bei der Herstellung umfassender Barrierefreiheit noch Handlungsbedarf gibt, etwa bei behindertentauglichen Bahnhöfen und Verkehrsmitteln. Die Bundeskanzlerin bezeichnete die Herstellung umfassender Barrierefreiheit auch vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft als eine Herausforderung, der sich die Verantwortlichen in Staat und Gesellschaft gemeinsam stellen müssten", heißt es in der Pressemitteilung des Kanzleramtes. omp
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Magdalena Margul schrieb am 11.04.2008, 09:44

Umdenken? aufgrund von was? der falschen Statistik

Das mit dem Umdenken liebe Frau Rosenberger wird schon deswegen ein Problem werden,
weil die Leute nicht blöd (nicht mehr) sind und offensichtlich Bevölkerungen einfach nicht
nur nicht mehr gefragt werden, sondern einfach drübergefahren wird. Sorry, abe da sehe
ich nicht viel Positives!!!!!!!

Inge Rosenberger schrieb am 21.09.2007, 19:55

für Herrn Heineker

Ja, irgendwie sind die Ämter in Bezug auf Integration und Inklusion hierzulande "etwas" schwerfällig. Wir werden sehen, ob sich durch die Ratifizierung der UN-Konvention, durch die Hartnäckigkeit der Menschen mit Behinderung und durch die wiederholten Forderungen der Eltern von behinderten Kindern etwas ändern wird.
Mit Ihrer Zeiteinplanung von Generationen werden Sie aber vermutlich leider(!) recht behalten...

Uwe Heineker schrieb am 21.09.2007, 09:04

Für Frau Rosenberger ...

... Sie haben natürlich völlig recht, indem Sie sagen, dass es besser ist, wenn Begegnungen schon im Kindesalter erfolgen.

Wenn Sie aber nun aufmerksam die ganzen Kobinet-Artikel nebst den Leserbriefen verfolgen, wird Ihnen nicht entgehen, dass man es sich gerade in Deutschland mit dem gemeinsamen Unterricht behinderter und nichtbehinderter Kinder weiterhin sehr schwer tut.

Konsequenz und Fazit der besagten Untersuchung ist, dass Menschen mit Behinderungen den ersten Schritt in der Begegnung zur Überwindung von Ängsten oder Vorurteilen machen sollten. Dies setzt freilich auch voraus, dass hierfür gewisse soziale Fähigkeiten und Kompetenzen vorhanden sein müssen - und dieser Lernprozess gelingt wiederum am besten in der gemeinsamen Beschulung (habe es auch selbst so Ende der 60er Jahre erlebt und erfahren) - ein schwieriger Kreislauf, den es zu durchbrechen gilt.

Vor uns steht also noch ein sehr - bestimmt noch einige Generationen dauernder - langer Prozess, bis das Wunschziel erreicht ist.

Wir stehen am Anfang dieses beschwerlichen Weges - und waren dabei ...

Inge Rosenberger schrieb am 21.09.2007, 08:25

@ Uwe Heineker

*****) wer sich mit diesem Thema näher befassen will, empfehle ich Günther Cloerkes' sehr interessante Untersuchung:

"Einstellung und Verhalten gegenüber Behinderten -Eine kritische Bestandsaufnahme internationaler Forschung" , nachzulesen unter ****


Hallo Herr Heineker,

meine Ansicht dazu: wenn ein Mensch "anders" ist als die die anderen, wird immer geschaut und gestarrt - ganz egal, ob der Mensch sehr dünn oder dick, ob er sehr klein oder groß, ob er ausgefallene Klamotten anhat oder eine Punkfrisur - und eben auch wenn der Mensch "verhaltensauffällig" oder behindert ist.
Eine evenutelle Ablehnung kann - je nach Einstellung des beobachtenden Menschen - auf jeden dieser Anblicke erfolgen.
Ich denke, dass es wichtig ist, viele verschiedene Menschen kennen zu lernen und zwar von Anfang (Geburt) an. Je später der Kontakt mit "besonderen" Menschen (egal in welche Richtung) erfolgt, desto schwieriger ist es für Kinder / Erwachsene mit dieser Besonderheit umzugehen.
Ich persönlich hoffe, dass durch die Ratifizierung der UN-Konvention Menschen mit Behinderung ihre Rechte häufiger und leichter durchsetzen können und werden.
(Hoffnung und Glaube sind allerdings unterschiedliche Dinge....)

Freundliche Grüße
Inge Rosenberger




A. Heiermann schrieb am 19.09.2007, 09:21

Ratifizierung der UN-Konvention wird vorbereitet

Liebe LeserInnen,

auch ich hoffe das die UN Konvention schnell in der BRD umgesetzt wird, aber es soll auch eine echte Umsetzung sein.
Und nicht so ein Pamphlet wie es beim Antidiskriminierungsgesetz der Fall ist, denn Deutschland ist dort ein ( so meine Meinung lt. BGB ) da ein Außenseiter indem das Gesetz schon einen anderen Namen erhalten hat ( Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz ). Dabei dachte ich Deutschland ist ein Mitgliedsstaat der EU ( grins, grins ) nur Deutschland hat es u.a. in Bezug auf behinderte Menschen noch nicht ganz begriffen !
Also hoffe ich das dann auch wirklich bei der UN Konvention nicht so lange dauert diese umzusetzen wie beim AGG. Und vor allen Dinge hoffe ich das da auch die Menschen mit Behinderungen richtig berücksichtigt werden und nicht so ein Murks gemacht wird wie beim AGG, denn Hier werden behinderte Menschen nicht ausreichend Berücksichtigt ( also meiner Meinung nach ein schlechtes Gesetz für uns ).
Aber nichts desto trotz, haben wir Menschen mit Beeinträchtigung auch eine Aufgabe zu leisten. Denn wir sind die Jenigen, die auf nichtbehinderte Menschen eingehen müssen, indem wir ihnen erklären, mit welchen Schwierigkeiten wir leben. Ich nenne es eine Sensibilisierung zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen.
Nur dort im Kopf beginnt die Barerefreiheit eines Jeden einzelnen !

In diesem Sinne !

Mit freundlichen Grüßen

A.Heiermann ( priv.)

Uwe Heineker schrieb am 19.09.2007, 08:47

Es wird leider wohl ...

... bei dem Wunschgedanken bleiben.

Denn: behinderte Menschen scheinen kein Thema zu sein - das zeigt sich daran, dass gestern nicht einmal in der 20-Uhr-Tagesschau das Gespräch des Deutschen Behindertenrates mit der Bundeskanzlerin erwähnt wurde.

Umdenken oder Verhalten *) lassen sich auch nicht so einfach wie auf Knopfdruck durch Gesetze oder Konventionen von heute auf morgen ändern.

Beispiel: Trotz Einführung des Diskriminierungsverbotes behinderter Menschen im Grundgesetz (Artikel 3) 1994 wird weiterhin diskriminiert. Auch bei anderen Gesetzen, die behinderte Menschen betreffen, klaffen Anspruch und tatsächliche Wirklichkeit weit auseinander ...

*) wer sich mit diesem Thema näher befassen will, empfehle ich Günther Cloerkes' sehr interessante Untersuchung:

"Einstellung und Verhalten gegenüber Behinderten -Eine kritische Bestandsaufnahme internationaler Forschung" , nachzulesen unter

bidok.uibk.ac.at/library/cloerkes-einstellung.html

Inge Rosenberger schrieb am 18.09.2007, 19:26

Wunsch

Es wäre zu wünschen, dass (spätestens) mit der Ratifizierung das (Um-)Denken bei den Mitbürgern und bei den Kostenträgern beginnt.

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