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kobinet-nachrichten 19.09.2007 - 09:35
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Sachsen verfehlt Beschäftigungsquote knapp

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Dresden (kobinet) Knapp 5.100 Arbeitsplätze hat der Freistaat Sachsen 2006 mit schwerbehinderten Frauen und Männern besetzt. Damit verpasst der Freistaat die gesetzlich geforderte Quote von 5 Prozent knapp. Dies teilte Sachsens Sozialministerin Helma Orosz anlässlich des aktuellen Berichts zur Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen im Freistaat Sachsen mit, der gestern dem Kabinett vorgestellt wurde.

Da die Landesverwaltung in großer Zahl Aufträge an Werkstätten für behinderte Menschen erteile, entfalle damit erstmalig die sonst erforderliche Ausgleichsabgabe. Der Bericht zeige zudem, dass die Berufsperspektiven von behinderten Menschen verbessert wurden. Trotzdem bestehe weiterhin Handlungsbedarf. Integration von behinderten Menschen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Schwerbehinderte Menschen seien nicht per se weniger leistungsfähig als nicht behinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Und sie seien im Regelfall mindestens so motiviert wie ihre nicht behinderten Kolleginnen und Kollegen, unterstrich Orosz.

Jeder Arbeitgeber, der im Jahrsdurchschnitt mindestens 20 Mitarbeiter beschäftigt, ist verpflichtet, mindestens 5 Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, muss er je Pflichtarbeitsplatz zwischen 105 und 260 EUR pro Monat an das Integrationsamt zahlen. Kürzlich wurde zudem im Sozialministerium der neue sächsische Landesbeirat berufen. Dieser soll Menschen mit Behinderungen eine bessere Plattform schaffen. Getreu dem Motto "In Behindertenfragen Behinderte fragen!" sind im neuen Landesbeirat ausschließlich Menschen mit Behinderungen und Angehörige behinderter Menschen stimmberechtigt, heißt es in der Presseerklärung der Ministerin. omp
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Gerd Frank schrieb am 20.09.2007, 12:14

Kopfschütteln !!!!

Ich bin schlichtweg entsetzt !!!! Sachsen sollte sich schämen, die Ausbeutung behinderter Menschen in Werstätten als Wohltat zu verkaufen. Da kann man nur eines sagen: Pfui Teufel.

A. Heinker schrieb am 19.09.2007, 11:32

Beschäftigungsquote

Hallo,
in Sachsens Regierung scheint ein Umdenken mehr als notwendig zu sein und offenbar auch in in Sachsen ansässigen Firmen.
Wie wäre es, wenn Frau Ministerin Orosz monatlich mit 180,00 Euro Gehalt abgespeist würde? Es ist widerlich, welchen "Stolz" Frau Orosz vor sich herträgt.

A. Heinker.

Rudi Richter schrieb am 19.09.2007, 10:35

Aha

Aha, da wirbt die sächsische Sozialministerin dafür, dass behinderte Menschen leistungsfähig sind und man sie doch einstellen solle. Schön, das hören wir gerne. Der geneigte Leser fragt sich da nur, warum die sächsische Landesregierung dann nicht in der Lage ist, die ohnehin schon von 6 % auf 5 % gesenkte Beschäftigungsquote zu erfüllen. Es ist doch immer schön zu sehen, wenn Leute für etwas werben, was sie selbst nicht tun.

Dass Sachsen dann noch damit wirbt, dass erstmals keine Ausgleichsabgabe gezahlt werden muss, weil ja so viele Aufträge in Werkstätten für behinderte Menschen vergeben werden, ist dann ja der Gipfel. 160 Euro ist der Durchschnittsverdienst der Beschäftigten in den Werkstätten, wir sind also stolz darauf, Billigarbeit und Aussonderung durch Aufträge zu fördern - weiter so, es lebe das Land Sachsen.

Rudi Richter

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