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kobinet-nachrichten
20.09.2007 - 10:15
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Berlin (kobinet) Berlins Regierender Bürgermeister signiert heute im Kulturkaufhaus Dussmann seine Autobiografie "... und das ist auch gut so. Mein Leben für die Politik", die nach veröffentlichten Auszügen in der Bild-Zeitung nun für 19,95 Euro gekauft werden kann. Der 53-jährige Sozialdemokrat hat seine Memoiren dem Journalisten Hajo Schumacher erzählt, der schon Bücher über Angela Merkel und den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch geschrieben hat. Als "Bekenntnisse des regierenden Partymeisters" kündigte die Berliner Zeitung heute das Wowereit-Buch an.
"Viele haben in den vergangenen Jahren darüber nachgedacht, wie man Prominente vor der Öffentlichkeit beschützen kann. Nun sollte man vielleicht auch mal fragen, wie man die Öffentlichkeit vor den Bekenntnissen Prominenter schützen kann. Oder die Prominenten vor sich selbst", schrieb die Rezensentin der Berliner Zeitung.
Wowereit erzählt aus seinem Leben in kurzen, einfachen Sätzen, in einem Stil, der die Leser nicht vor große intellektuelle Herausforderungen stellt. Er berichtet von seiner Mutter Hertha, die als Arbeiterin fünf Kinder durchbringen musste. Wowereit erzählt über den Vater, auch über den Tod zweier Geschwister, über seinen Bruder Achim, der vom Gerüst stürzte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Das liest sich dann so: "Neben einer krebskranken Mutter war nun also auch noch ein Rollstuhlfahrer im Haus, der nicht immer nur gute Laune verbreitete. Wenn ich mir überlege, wie sehr meine Mutter gekämpft hat, um uns fünf Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, dann war es wirklich nicht fair, wie das Schicksal mit ihr umgegangen ist."
Weiter heißt es in der Buchbesprechung der Berliner Zeitung: "Wowereit selbst kokettiert in diesem Buch mit dem Bild vom Regierenden Partymeister. Er zeichnet die Umrisse eines Mannes, der bereits heute ahnt, dass wahrscheinlich vor allem eine Seite von ihm im Gedächtnis bleiben wird. Die des bekennenden Schwulen, der so lässig ist, wie die Stadt, die er regiert."
Im Sommer 2001 auf einem SPD-Parteitag fiel der Satz, mit dem Wowereit auf einen Schlag berühmt wurde: "Ich bin schwul, und das ist auch gut so." In den Memoiren ist dazu zu lesen: "Keine Werbe-Kampagne hätte es vermocht, mich so schnell so bekannt zu machen." Außerdem sei er damit zur "Ikone der Schwulenbewegung" geworden. Immerhin war er der erste Spitzenpolitiker in Deutschland, der sich traute, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen. Wie sehr ihn dies auch verändert hat, das deutet Wowereit in seinen Erinnerungen an: "Es ist ein einschneidender Moment im Leben, tiefer als die meisten anderen. Man beendet eine vertraute Phase und beginnt etwas Neues. (...) Es ist wie eine Häutung. Es gibt kein Zurück." sch
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