
Kassel (kobinet) Mit einer Anfrage hat sich der Kasseler Seniorenbeirat an das Hessische Sozialministerium gewandt. Darin wolle man von Sozialministerin Lautenschläger wissen, welche Instrumente das Ministerium habe, bzw. schaffen und damit den Kommunen an die Hand geben könne, um beim Bau von Altenpflegeeinrichtungen den Markt zugunsten des Ausbaus ambulanter Hilfen gegenüber herkömmlichen Pflegeeinrichtungen zu steuern. Dies erklärte der Kasseler Seniorenbeiratsvorsitzende Manfred Aul.
Damit solle erreicht werden, dass Investoren nicht neue, überzählige Altenpflegeheime ungesteuert errichten und vermarkten können. Die Kasseler Stadtverordnetenversammlung hatte erst kürzlich einen entsprechenden Beschluss gefasst, erläuterte der Beiratsvorsitzende. Lebensqualität im Alter bedeute im Rahmen der kommunalen Altenhilfeplanung vorrangig, soweit wie möglich eigenständig und selbst bestimmt zu leben. Generell hätten Kommunen aber offensichtlich keine Möglichkeiten, wenn ein Investor entgegen der fachlichen Notwendigkeit und Beratung andere Interessen verfolge. Dieses Manko treffe auf alle hessischen Städte und Landkreise zu, erklärte Manfred Aul.
Auf die Problematik angesprochen habe der im hessischen Sozialministerium zuständige Staatssekretär bei einer Sitzung der Landesseniorenvertretung darauf verwiesen, dass der zunehmende Markt in diesem Bereich ein ausreichendes Korrektiv sei, so Manfred Aul weiter. Dem liefe die vor Ort zu beobachtende Praxis leider entgegen. Es gäbe aber auch schon einige ermutigende zukunftsweisende Modelle für individuell zugehende Unterstützungen oder für Wohnen in Gemeinschaft, die viel mehr den Vorstellungen der älteren Menschen vom Leben im Alter entsprächen, erklärte Aul abschließend. omp