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19.10.2007 - 10:01

Barrierefreiheit für alle im Landesmuseum Rheinland Pfalz.

Mainz (kobinet) Das Landesmuseum Rheinland Pfalz in Mainz hat eine Reihe von Anstrengungen unternommen um die Barrierefreiheit zu verbessern. Darauf hat Hans-Peter Terno vom Mainzer Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht.

Ein Besucher des Landesmuseums Rheinland-Pfalz der vor einem Bild Stoffproben der zu dieser Zeit getragenen Kleidung ansehen und fühlen kann, wird schwerlich auf die Idee kommen, dass dies ein Angebot für Blinde ist. Das Landesmuseum unter der Leitung von Dr. Isabella Fehle hat den Ehrgeiz bei dem Umbau, dessen erster Bauabschnitt nun abgeschlossen ist, umfassende Barrierefreiheit herzustellen. So können Rollstuhlfahrer sich in dem gesamten im Barock als Kaserne errichteten Gebäude bewegen, finden Blinde durch einen Leitstreifen zur Kasse und werden dort genauso wie Gehörlose mit einem Gerät ausgestattet, dass Mittels Audiodeskription und deutscher Gebärdensprache die einzelnen Abteilungen und herausragende Exponate beschreibt. Die Beschreibung besticht durch die Einordnung der Exponate in den kulturgeschichtlichen Zusammenhang und die detailreichen Bildbeschreibungen. Sogenannte "hand-ons" Objekte zum Betrachten, Anfassen und Riechen (zum Beispiel Weihrauch und Myrrhe) geben insbesondere Blinden einen weiteren Zugang zu den Exponaten und ermöglichen allen eine umfassende sinnliche Wahrnehmung.

Rollstuhlfahrer können sich nicht nur im gesamten Haus bewegen und die Sanitäranlagen aufsuchen, sondern haben auch in der Ausstellung Unterstützung beispielsweise durch unterfahrbare Vitrinen. Das reichlich vorhandene, freundliche und gut geschulte Personal unterstützt die Besucher, holt beispielsweise Blinde an der Eingangstür ab und führt sie zu den Exponaten in den einzelnen Abteilungen. Man kann aber auch alleine durchs Haus und die Audiodeskription springt bei den herausragenden Exponaten automatisch an. Besonders schön ist es, dass durch die Massnahmen zur Barrierefreiheit alle Besucher des Museums einen Zusatznutzen haben.

Die Massnahmen des Bauträgers, der Landesliegenschaft und Baubetreuung zur Barrierefreiheit (LBB), die von Dipl. Ing. Rainer Mockenhaupt begleitet wurden, fanden eine Entsprechung in der Aufbereitung der Ausstellung, für die insbesondere die Leiterin des Hauses Dr. Isabella Fehle und die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit, Ursula Wallbrecher stehen.

"Ein Besuch des Landesmuseums in Mainz lohnt sich, Blindenführhunde sind auch willkommen", so Hans-Peter Terno. omp

Öffnungszeiten des Landesmuseums
Dienstag 10.00 - 20.00 Uhr
Mittwoch-Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr
Montag geschlossen
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Marie Sonnbichler schrieb am 01.12.2008, 18:49

für Sehbehinderte der pure Hohn

Die Umbaumaßnahmen am eigentlich sehr tollen Landesmuseum sind für uns Sehbehinderte der reine Hohn.
Wir kommen gar nicht erst ins Museum rein, zumindest nicht ohne Verletzung oder das Risiko, dass sich ein Führhund verletzt: TÜREN, deren Flügel nach außen öffnen, auf solch dumme Ideen kommt heute eigentlich kein engagierter Architekt mehr, ein Schande, wo es andernorts Türen und Eingänge gibt, die einladend wirken und gefahrlos zu passieren sind. Was nützen mir die Bemühungen zur Barrrierefreiheit, wenn ich alleine gar nicht rein komme. Ob hier Geld in falsche Tassen geflossen ist?

Dann werden Blindenleitlinien vom Eingang zum Kassenbereich beschrieben, die kein wirklicher Experte zulassen würde, sie entsprechen nicht der Norm. Wer hat dies zugelassen? Waren hier etwa Möchtegernexperten am Werke? Die Realität spricht ihre eigene Sprache! Es drängt sich der Verdacht auf, dass persönliche Gefälligkeiten oder Abhängigkeiten eine große Rolle spielen.

Die Tatsache, dass die für die Öffentlichkeitsarbeit des Landesmuseums zuständige Ursula Wallbrecher öffentlich Lobeshymnen auf ihren persönlichen Freund Heinrich Mockenhaupt vom Stapel lässt, spricht Bände. Die Tatsache, dass beide an der selben Krankheit leiden berechtigt noch dazu öffentliche Beratungsgelder für Bauberatung aus dem Fenster zu werfen.
Ich bin auch der Meinung, dass Frau Boos Waidosch hätte früher eingebnden werden müssen, hinterher hatte sie es viel schwerer auf Fehler hinzuweisen, die dann teilweise gar nicht mehr beseitigt werden konnten. Sie hätte bestimmt auch echte Profis in Sachen Barrriefreiheit benennen können.

Bill Clinton schrieb am 01.12.2008, 14:25

umgeben von Falschinformationen

Wer wissen möchte, was LBB ausgeschrieben bedeutet, sollte deren Homepage besuchen, die "Übersetzung" ist peinlich. Wenn ein Dipl.-Ing. seinen Abschluss an einer Fachochschule gemacht hat, dann sollten jene, die dies genau wissen, auch den Zusatz (FH) hinzufügen. Die Arbeiten des genannten Experten waren so schlecht, dass Marita Bois-Waidosch ganz wichtige Nachbesserungen einfordern musste! Danke Marita!!! Peinlich, für was für Beratungsleistungen heute öffentliche Gelder ausgeben werden.

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