
Berlin (kobinet) Ab 1. November werden auf den Meldeämtern die Fingerabdrücke aller reisewilligen Bürger der Bundesrepublik Deutschland erfasst, wenn sie einen neuen Pass beantragen wollen. Der Chaos Computer Club (CCC) hat nochmals auf die Risiken und Nebenwirkungen des elektronischen Reisepasses (ePass) hingewiesen, die insbesondere Senioren betreffen würden.
Nach Beginn der Speicherung des digitalen Gesichtsbildes auf einem Funkchip vor zwei Jahren werde nun das Projekt biometrische Vollerfassung der Gesamtbevölkerung fortgesetzt. Doch viele ältere Mitbürger würden bei der Abnahme von Fingerabdrücken Probleme bekommen. "Erfahrungen sowie internationale und deutsche Studien zeigen, dass weit über 10% der Senioren damit rechnen müssen, keine erfassbaren Fingerabdrücke zu haben. Daher erwartet sie unweigerlich eine Diskriminierung durch verschärfte Kontrollen und lange Wartezeiten", heißt es in einer Pressemitteilung. sch
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Paul H Sudeck schrieb am 27.10.2007, 02:12
Stelle mir schon jetzt den fragenden Gesichtsausdruck des Mitarbeiters in der Pass- und Meldestelle vor,
wenn ich als "Einhänder" dort diesen Pass beantrage.
Nach der USA einzureisen habe ich keinen Bock, denn durch Erzählung von Reisenden, (auch nachzulesem im Internet,)verbringt man dort einen halben Tag mit Pass- und Visakontrollen.
Viele Reedereien lehnen es zb. ab., das ihre Schiffe auf ihren Touren, 1 oder 2 mal irgend einen Hafen der USA anlaufen.
Die Urlauber wollen Urlaub machen und nicht jeweils 6 Std. bis 12 Std. an den dortigen Einreiseterminals verbringen.
Habe mich natürlich vor den 1. November 2007 immer gefragt, wie mögen die Amis mir wohl beidseitig Fingerabdrücke abnehmen?
Ganz zu schweigen, das jedes Hotel irgendeiner Amikette hier im Ländle, meine persönlichen Einscheckdaten wie Name, Wohnort, Bezahlung womit, etc. zum Mutterkonzern nach USA und von da zur "Amerikanischen Heimatverteidigung" weitergibt.
FBI, Pentagon, CIA und wie die Schnüffler noch so heißen, werden wohl schon genug Daten von mir haben, denn ab und an ist man ja gezwungen, in Hotels wie Hilton, Continental, Best-Western etc. sein müdes Haupt zu betten.
Auch Mitglieder an Workshops, die ja auch in den US geführten Hotels nicht wenige sind, werden ohne das sie "ROT" werden,
über den großen Teich mit Daten von den Teilnehmern gesendet.
Uwe Zimdars schrieb am 22.10.2007, 12:01
Ich gehöre zu den Contergangeschädigten, denen der Finger fehlt. Eine Alternative wäre doch der Zeh.
Der Gesetzgeber schreibt doch vor, das aus medizinischen Gründen, von einem Fingerabdruck abgesehen werden kann.
Michael Knuffmann schrieb am 22.10.2007, 11:25
Denn ich bin einer von denen. Als Mundschreiber und E.-Rolli-Fahrer mit Kinnsteuerung hat man denn auch mal an solche Personen gedacht, die auch gerne reisen? Es wird Zeit das man auch an die Personen denken sollte und andere die ihre Hände, Finger garnicht einsetzen können. Bevor der nächste Aufchrei nach hinten in Puncto Gleichbehandlung los geht. Ich hoffe nur, dass sich viele Leute mit ähnlichen schweren Behinderungen aktiv ihrer Stimme erheben und die Politik darauf aufmerksam machen.
Petra Nöhre schrieb am 22.10.2007, 08:22
Sehe da auch ein Problem bei anderen Behinderungsarten, wie z. B. Contergeschädigte oder andere Behinderungen wo wie Hände fehlen.