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kobinet-nachrichten 03.11.2007 - 15:52
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Protest zeigte Wirkung - Elektrorollis kommen ins Naturkundemuseum

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Berlin (kobinet) Der Berliner Behindertenverband (BBV) hat heute mit einer Protestveranstaltung vor dem Naturkundemuseum seine Forderung bekräftigt, dass der Rat behinderter Menschen bei Bauvorhaben nicht missachtet werden darf. Jetzt können endlich auch Benutzer von Elektrorollis die Ausstellungen in allen Etagen des Museums besuchen, berichtete Uwe Gieche von der Berliner Behindertenzeitung für kobinet.

Der BBV hat seit der Eröffnung im Juli 2007, nach einer zweijährigen 18 Millionen Euro teuren Umbauphase, auf den unhaltbaren Zustand hingewiesen, dass Besucher im Rollstuhl das Museum nur über einen Seiteneingang und mit Hilfe eines nur für 160 Kilogramm zugelassenen Treppenlifts besuchen können.

Nun wurde ein für 2 500 Kilo ausgelegter Aufzug freigegeben (kobinet 1.11.07). BBV-Vorsitzender Dr. Ilja Seifert betonte, dass es nicht hinnehmbar sei, dass behinderte Menschen nur über den "Dienstboteneingang" das Museum besuchen können. "Immer werden erst im Nachhinein unsere Forderungen erhört und schleppend umgesetzt. Man hätte bereits in der Planungsphase des Millionenprojektes eine übereinstimmende Lösung finden können. Platz ist genug vorhanden, um eine Lösung für den Vordereingang finden zu können", so Seifert. sch
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Arnd Hellinger schrieb am 04.11.2007, 16:02

Nachtrag

Den - je nach gewählter Schriftgröße - etwas verhunzten Zeilenumbruch meines Leserbriefes bitte ich zu entschuldigen. Dieser kam dadurch, dass ich eine E-Mail von mir an BBV und Movado-Bews weiterverwendet habe...

Viele Grüße
Arnd

Arnd Hellinger schrieb am 04.11.2007, 15:49

Und der Fernsehturm...?

Hallo Leute,

nachdem wir ja nun das Problem des bislang nicht barrierefreien
Zugangs zum Berliner Naturkundemuseum einigermaßen sinnvoll
(wenn auch nicht optimal) gelöst haben, können bzw. sollten wir
uns dem nächsten für BerlinerInnen und Haupfstadtbesuchende
interessanten Bauwerk zuwenden. Schließlich möchte man/frau
die Dimensionen der Stadt auch einmal von "ganz oben" aus
betrachten.

Kein Problem - am Alexanderplatz steht ja bereits seit 1969 der
Fernsehturm und der hat Aufzüge, denkt sich der auf einen
Rollstuhl angewiesene Mensch und klickt
<www.berlinerfernsehturm.de/dt/info_allg_dt.asp?site=info&usite=allgemein>
an, um sich über die üblichen Modalitäten wie Eintrittspreise
oder Öffnungszeiten zu informieren. Man/frau findet diese
Angaben dort natürlich, ganz unten aber auch dies:


Hinweis:
Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang für Behinderte,
die auf den Rollstuhl angewiesen sind, nicht möglich.



Wer nun - wie ich - seit 34 Jahren (davor Kinderwagen)
einen Rollstuhl nutzt und dabei schon eine fünfstellige
Zahl an Hochhäusern und Aufzügen verschiedenster
Nationalität bzw. Bauform (auch Fernsehtürme wie etwa
Nürnberg oder Düsseldorf) von innen gesehen hat, fragt
sich schon, welche "Sicherheitsgründe" eine solche
Diskriminierung rechtfertigen. Wenn es nämlich im Turm
tatsächlich zu einem beide Aufzüge stilllegendem Brand
käme, dürfte man auch massive Probleme (Panik...) mit
der Rettung aller "Gehfähigen" in angemessener Zeit
bekommen.

Ich bitte daher den BBV sowie den Spontanzusammen-
schluss sehr, in dieser Sache mit den zuständigen Leuten
der Fernsehturm-GmbH sowie ggf. der Berliner Feuerwehr
Kontakt aufzunehmen. Dabei sollte auf das AGG, das BGG
sowie landesrechtliche Vorschriften ("Leitlinien zum Ausbau..."
und Landesgleichstellungsgesetz) verwiesen werden.

Danke vorab für Eure Unterstützung.

Viele Grüße
Arnd

--
Mag. Arnd Hellinger - de.geocities.com/bahnarnd/
Lothringer Straße 47
D-44805 Bochum, Germany
mailto:bahnarnd@hotmail.com

Max Mütze schrieb am 03.11.2007, 16:28

Wer hat's vermasselt?

Sicherlich wäre es ohne weiteres - und viel kostengünstiger - möglich gewesen, am Haupteingang eine gute Rampe anzubringen. Gleichzeitig hätte im Innern ein wesentlich kleinerer Aufzug genügt, damit alle Ausstellungsräume und die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter barrierefrei zu erreichen sind. Da bleibt die Frage erlaubt: Wer hat's wieder mal vermasselt?
Bei solchen Vorhaben musste doch die für barrierefreies Bauen zuständige Stelle in der Senatsbauverwaltung konsultiert werden. Hat sie wieder alles abgenickt, ohne richtig hinzuschauen? Kann sich Berlin solche Huschi-Puschi-Gutachten leisten? Wieder mal wurden mehr Steuergelder im verschuldeten Berlin "verbraten" als nötig - und das für eine nur halbwegs barrierefreie Lösung.

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