
Berlin (kobinet) Die monatliche Rente aus der Contergan-Stiftung wird den heutigen Belastungen der Betroffenen nicht mehr gerecht. Diese Auffassung vertreten die Grünen-PolitikerInnen Biggi Bender und Markus Kurth.
Die hohe Selbständigkeit, die die Contergan-Opfer glücklicherweise erlangten, bezahlten sie oft mit einer starken Überlastung der Gelenke, der Muskulatur und des Skeletts. Aufgrund der gesundheitlichen Folgeschäden könnten heute viele betroffene Frauen und Männer nicht mehr ihren Berufen nachgehen. Sie müssten von daher lange vor dem Rentenbeginn eine Erwerbsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente beantragen, erklärten die beiden Bundestagsabgeordneten der Grünen.
"Das Unternehmen Grünenthal ist mit dem Vergleich im Jahr 1971, bei dem sie 110 Millionen D-Mark in den deutschen Contergan-Fonds einzahlte, aus heutiger Sicht betrachtet, glimpflich davon gekommen. Mit diesem Vergleich wurden die juristischen Fragen damals abschließend geklärt. Dennoch sehen wir von Bündnis 90/Die Grünen das Unternehmen Grünenthal in der Pflicht. Entschädigungszahlungen lägen heute in ganz anderen Dimensionen. Hinzu kommt, dass man damals nur sehr wenige Erfahrungen mit den körperlichen Funktionseinschränkungen eines/einer Contergan-Geschädigten hatte. Es war kaum abzuschätzen, wie sich die Gesundheit der Betroffenen in ihrem weiteren Leben entwickelt. Die Firma Grünenthal ist heute ein florierendes Unternehmen, dessen Eigentümer ein sehr großes Vermögen haben. Wir fordern Grünenthal von daher auf, sich den neuen Erkenntnissen zu stellen und im Sinne der Betroffenen ein freiwilliges Zeichen zu setzen", so Bender und Kurth. omp
Clemens Müller schrieb am 15.05.2009, 13:27
Ergänzend zu dem Leserbrief von Christian Bach-Härdle am 15.11.2007, 10:45 Uhr fehlt lediglich nur noch 1 Satz:
Die heutigen Politiker verfahren nämlich nach der Devise: "Was interessiert mich das Geschätz von gestern bzw. unserer Vorgänger"!!!
Ansonsten stimme ich dem Leserbrief voll + ganz zu.
Clemens Müller schrieb am 15.05.2009, 13:22
Ergänzend zu dem Leserbrief von Christian Bach-Härdle am 15.11.2007, 10:45 Uhr fehlt lediglich nur noch 1 Satz:
Die heutigen Politiker verfahren nämlich nach der Devise: "Was interessiert mich das Geschätz von gestern bzw. unserer Vorgänger"!!!
Ansonsten stimme ich dem Leserbrief voll + ganz zu.
muellerclemens@gmx.de
Clemens Müller schrieb am 15.05.2009, 13:10
Ich bin selbst 1 Contergan-Opfer mit schweren Schädigungen. Was mich maßlos verärgert ist die Tatsache, daß dem Bündnis 90/Die Grünen erst jetzt - wo sie in der Opposition sind + keine Regierungsverantwortung tragen - einfällt, daß die Conterganrenten in den meisten Fällen den Belastungen der Betroffenen nicht gerecht werden. Ich + bestimmt auch andere Geschädigte fragen sich, weshalb sie nichts unternommen haben, als sie noch Regierungsverantwortung unter dem Basta-Kanzler Schröder (Hartz IV machen wir + damit basta) trugen?!! Noch nicht einmal schaffte es die damalige Regierung (SPD + Bündnis 90/Die Grünen), die zu ihrer Regierungszeit erst recht kümmerlichen Conterganrenten zu erhöhen, weil ihnen das alles egal war. Jetzt, wo sie sich in der Opposition befinden ist es natürlich einfach, weitergehende Forderungen zu stellen wohlwissend, daß weitergehende Forderungen von den jetzigen Regierungsparteien (CDU + SPD) im Keime erstickt + abgelehnt werden. Wie + was will diese Partei zukünftig diesbezüglich auf den Weg bringen, sollte sie nochmal an die Macht kommen + Regierungsverantwortung übernehmen? Ich für mich befürchte: NICHTS
Christian Bach-Härdle schrieb am 15.11.2007, 10:45
Im Zuge der Debatten um die Gründung der Stiftung im Deutschen Bundestag haben Politiker aller Parteien die betroffenen Eltern aufgefordert dem Verzicht auf weitere Schadensersatzforderungen zu zustimmen.
Diese Aufforderung wurde mit dem Versprechen gekoppelt, daß im Falle eines Zustandekommens der Stiftung, die aus ihr zu zahlende monatliche Rente zum einen von jedwedem administrativen Zugriff (Steuer, Anrechnung auf Sozialhilfe, etc.) geschützt wird und zum Anderen diese Rente dynamisiert (d.h.: ein jährliche Anpassung, ähnlich den Altersrenten erfolgt), weil von Anfang an klar war, daß das Stiftungsgeld nicht ewig reichen würde.
Damals hat keiner gemerkt, dass Zugriffsverbot, nicht aber das Dynamisierungsversprechen von Anfang an im Stiftungsgesetz verankert war.
Warum wurde die Dynamisierung nicht festgeschrieben?
Weil sie nicht gewollt war. Sämtlich Redebeiträge die damals im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens gehalten wurden waren reine Lügen. In sofern empfinde ich, als Betroffener, die Scheinheiligkeit mit der Politiker eine Leistungsverpflichtung des Staates ablehnen, als nahezu unerträglich. Viele Eltern haben die Verzichtserklärung unterschrieben, weil das Dynmasierungsversprechen für ihre Kinder ein inflationsunabhängige Zukunftssicherung versprach.
Es war das Versprechen wir, die Gesellschaft, werden uns auch in Zukunft um das finanzielle wohlergehen der Kinder kümmern.
Ich bin der Meinung heutige Politiker sind an das Versprechen der Altvorderen gebunden.
Insofern wiedern mich die Beiträge einer Frau Minister Schmitt oder irgendwelcher drittklassiger Parlamentarier, die die eigene ganz persönlicher Verantwortung, die sich aus ihrer Funktion ergibt, ausblenden nur noch an.