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15.11.2007 - 12:40

Protest gegen Potsdamer ÖPNV-Busbetriebe.

Potsdam (kobinet) Mehr als 50 Jugendliche aus dem Berufsbildungswerk im Oberlinhaus protestierten gestern Abend bei Dunkelheit und Kälte friedlich an den Bushaltestellen vor dem Berufsbildungswerk. Der Protest - auch auf zahlreichen Plakaten - wendete sich gegen die Praxis, dass in den Bussen von ViP (Verkehr in Potsdam) und Havelbus - je nach Bauart - nur noch ein Rollstuhl oder ein Kinderwagen mitgenommen wird. Gemeinsame Fahrten von befreundeten Rollstuhlfahrern seien somit praktisch ausgeschlossen. (s. kobinet-nachrichten vom 10. November 2007.)

Jennifer Kurze, Initiatorin des Protestes bemerkt, dass gerade in den letzten Monaten die Situation schwierig geworden sei. Wo vorher Busfahrer noch Kulanz zeigten, werde sich jetzt nur noch auf die EU-Richtlinie berufen und eine gemeinsame Beförderung abgelehnt. Cornelia Klein, angehende Mediengestalterin, ist frustriert: "Ich bin selbst schon öfter stehen gelassen worden. Man hat eine Ausbildung, ein Leben und Termine, die man auf die Reihe kriegen muss." Von den 700 Jugendlichen im Potsdamer Berufbildungswerk, die eine Ausbildung machen oder eine Berufsvorbereitende Maßnahme, sind knapp 120 Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer.

In einer Stellungnahme an die kobinet-nachrichten schreibt Wilhelm Eichhorn, Geschäftsführer des Berufsbildungswerkes im Oberlinhaus Potsdam: "Wir unterstützen voll und ganz den Protest unserer Auszubildenden gegen die Praxis der verschiedenen Verkehrsbetriebe, nur noch einen Rollstuhlfahrer in den Bussen mitzunehmen. Es muss kurzfristig eine Lösung gefunden werden, die den Rollstuhlfahrern eine gleichberechtigte und uneingeschränkte Teilnahme am ÖPNV und damit am öffentlichen Leben ermöglicht. Gerne bieten wir ViP und Havelbus einen konstruktiven Dialog zum Thema an." gba
 

 
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