
Berlin (kobinet) Starke Argumente wurden gestern Abend beim fraktionsoffenen Abend der SPD-Bundestagsfraktion in deren Sitzungssaal im Reichstag für ein Leben behinderter und älterer Menschen Daheim statt im Heim vorgebracht. Dort stellte sich nämlich die Initiative Daheim statt Heim vor und diskutierte mit den Abgeordneten und Interessierten.
Knapp ein Jahr nach der Gründung der Bundesinitiative Daheim statt Heim hat diese gestern Abend nicht nur ihre erste große Herausforderung mit Bravour gemeistert, sondern es auch geschafft, die Diskussion für ein Leben in der Gemeinde statt in Sondereinrichtungen in die "große Politik" zu tragen. Auch wenn sicherlich ein paar Abgeordnete mehr der Veranstaltung beiwohnen hätten können, was eventuell auch der politischen Entwicklungen in dieser Woche geschuldet war, ging es inhaltlich in die Tiefe. "Ich habe selten eine Veranstaltung erlebt, die das Thema eines Lebens Daheim statt im Heim so breit und qualifiziert beleuchtet hat", kommentierte Elke Bartz vom Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) die gestrige Veranstaltung. Von der Einführung der Initiatorin der Initiative Silvia Schmidt, über den Rundumschlag zur Behindertenpolitik des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Franz Thönnes, bis zu den Statements von VertreterInnen von Behinderteneinrichtungen, die sich im Wandel befinden, dem Sozialdezernenten der Stadt Bielefeld, einem Vertreter der Wohnungswirtschaft und Prof. Dr. Klaus Dörner, ging es hochkarätig zu.
"Nachdem Franz Thönnes deutlich gemacht hat, dass er sich mit der Forderung nach einem Baustopp für neue Heime nicht anfreunden kann, widerlegten alle folgenden Statements der ReferentInnen diesen Standpunkt äußerst eindrucksvoll. Ich hoffe, dass dieses Feuerwerk von Argumenten und vor allem auch von praktischen Beispielen nicht an den Abgeordneten vorbei gegangen ist", zeigt sich Elke Bartz zuversichtlich. "Ein Jahr nach der Gründung von 'Daheim statt Heim' wurde gestern klar, dass sich diese Initiative zu einem ernst zu nehmen Faktor in der deutschen Behindertenpolitik entwickelt hat, mit dem zu rechnen ist", so Elke Bartz. omp