
Mainz (kobinet) Der Warenhaus-Konzern Kaufhof bietet blinden oder sehbehinderten Menschen in allen seinen Filialen in Deutschland kostenlos Einkaufsbegleitung an. Im kobinet-Gespräch äußert Hans-Peter Terno vom Mainzer Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (Zsl) seine Freude über diesen neuen Service.
Welcher blinde Mensch hat es nicht schon erlebt? - Man steht im Kaufhaus und die Verkäufer verstecken sich. Dabei braucht man in dem verwirrenden Angebot doch einen Lotsen! Nun reagiert die Kaufhof Warenhausgesellschaft. Ab sofort kann der/die Blinde bei einem Begleitungswunsch im Kaufhof die örtliche Filialleitung bzw deren Büro anrufen und sich für einen Einkauf anmelden. Geführt wird man dann von VerkäuferInnen, die vielleicht keine Blindenführhundqualitäten haben, aber sich in ihrem Kaufhaus wirklich exzellent auskennen. Und welcher blinde Mensch ist nicht in der Lage, zu sagen, wie er geführt werden will, ist Hans-Peter Terno überzeugt.
"Kaufhof ist mit diesem Begleitservice ein großer Schritt gelungen! Das läßt hoffen, dass diesem im Lauf der Zeit andere Angebote, wie zum Beispiel Gebärdensprachdolmetscher, folgen", so der blinde Berater im ZsL Mainz.
Marlen Deutsch schrieb am 23.11.2007, 00:44
Toll, kann ich nur befürworten.
Wäre gut, wenn es ein ähnliches Angebot auch für Rollstuhlfahrer/innen gäbe.
Denn nicht jede/r ist in der Lage, sich die Ware aus den Regalen zu nehmen.
Einige Einkaufsfilialen verkennen, dass auch Behinderte potenzielle Kunden sind.
Ich habe leider schon einige Male negative Erfahrungen machen müssen.
Mir wurde gesagt, ich soll gefällingst "meinen Betreuer" mitbringen, sie wären nicht dazu da, mich zu bedienen.
Später wurde ich auch nach ca. 40 Min. Wartezeit nicht bedient und mußte zur nächsten Kaufhalle ca. 1 Km. weiter ausweichen.
Zum Glück habe ich aber auch gegenteilige Erfahrungen machen können, es gibt viele nette und verständnisvolle Verkäufer/innen.