
Münster (kobinet) Ein europäisches Projekt hat ein Konzept einer Online-Ausbildung zum Thema "Barrierefreier Tourismus für Alle" entwickelt.
In den vergangenen zwei Jahren haben zwölf Partner aus Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Rumänien, Schweden und Spanien am DIADA-Projekt gearbeitet. Dabei handelt es sich um ein im Rahmen des Leonardo da Vinci-Programm durch die Europäische Kommission finanziell gefördertes Vorhaben zur Entwicklung und Einführung eines neuen Herangehens bei der Ausbildung im Tourismus. Dieses richtet sich vor allem darauf, mit durch das Programm ausgebildeten Beratern, den barrierefreien Tourismus für Alle voranzubringen.
Dementsprechend haben sich die TeilnehmerInnen dieser Schulung mit den wichtigsten Grundlagen des Tourismus zu beschäftigen, lernen vor allem jedoch mehr über den barrierefreien Tourismus für Alle und seine wirtschaftlichen Potentiale. Den Schwerpunkt des Studiums bilden dabei die Erfordernisse eines barrierefreien Erlebens der touristischen Angebote durch alle Gäste und Besucher, auch jene für die dann bestimmte Voraussetzungen für ein unbeschwertes Erleben zu erfüllen sind.
Die Studienunterlagen bieten dazu viel Material über Behinderungen und individuelle Ansprüche sowie über die Erfordernisse, angemessen, kompetent und umfassend verlässliche Informationen zu den touristischen Einrichtungen und ihrem gesamtem Umfeld zu geben. Zum Studium gehört, eine detaillierte Analyse der Bedingungen vorzunehmen, die Ergebnisse zu bewerten sowie die Informationen für jene sachgerecht aufzubereiten, welche diese Angaben benötigen.
Der Vorteil des mit dem DIADA-Projekt ausgearbeitet Vorgehen besteht vor allem darin, dass es sich hierbei um das Konzept einer Online-Ausbildung handelt. Somit bekämen mehr Mitarbeiter von Tourismusverbänden, die häufig das Problem haben, nicht für mehrere Tage zu einem entsprechenden Lehrgang fahren zu können, die Möglichkeit, das Studienprogramm nach individueller Zeiteinteilung und begleitet von einem sachkundigen Tutor abarbeiten zu können.
Koordiniert durch den deutschen Projektpartner NeumannConsult haben in Deutschland acht Personen, die sich bereits über längere Zeiträume mit dem Thema "Barrierefreier Tourismus" beschäftigen, diesen neuen Weg ausprobiert. Wer sich ebenfalls für das Material interessiert, kann es in englischer Sprache auf der Homepage">Projekt-Homepage finden.
Im September dieses Jahres hatte das Projekt gemeinsam mit seinem polnischen Partner unter großem Medieninteresse eine internationale Konferenz in der alten Königsstadt Kraków durchgeführt. Dabei wurden die Ergebnisse des Projektes ausführlich vorgestellt.
Zum Ende dieses Jahres läuft die geförderte Projekt-Phase aus. Das Projekt hat gute Ergebnisse gebracht und war in diesem Sinne unbestritten ein Erfolg. Der eigentliche Erfolg der Arbeit insgesamt würde jedoch darin bestehen, wenn sich nun jemand finden könnte, der diese Arbeit fortführt, die Unterlagen jetzt alle in die deutsche Sprache übersetzt, sie weiter pflegt, ständig aktualisiert und den Weg zu einem Online-Studium in Sachen "Barrierefreier Tourismus für Alle" eröffnen könnte. Das wäre dann wohl der eigentliche Erfolg einer solchen Arbeit, der bisher leider noch aussteht. hs