
Berlin (kobinet) Der jüngste kobinet-Autor bekam kürzlich einen Brief, dass er demnächst von der Bundeswehr gemustert werden soll. Der Berliner Hendrik Jansen, zur Zeit noch Schüler der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder, will sich lieber für einen zivilen Dienst entscheiden. Hier sein Bericht:
Ich bekam neulich einen Brief, dass ich demnächst von der Bundeswehr gemustert werde. Das finde ich sehr witzig. Die Vorstellung, als Rollstuhlfahrer zum Wehrdienst zu gehen, hat meine Fantasie angeregt.
Wenn ich vom Kommandeur angeschrien werde mit dem Wort "still gestanden!", kann ich ja getrost sagen: "Herr Kommandeur ich stehe immer gerade." Aber wie soll ich dann durch den Parcours kommen? Da müsste mir dann erst mal aus dem Rollstuhl geholfen werden. Ich könnte mich natürlich auch um eine "Arbeitsassistenz" bemühen. Da braucht man über den Rest gar nicht nachzudenken.
Bei den Tagesmärschen müssten die dann extra für mich einen Rollstuhl in Tarnfarben erfinden. Der Assistent müsste immer das Bett von mir machen oder wenn es dann mitternachts zu einem Angriff kommt, müsste er mich ja erst mal anziehen und dann auch immer mitkommen. Es müssten auch barrierefreie Panzer oder U-Boote für mich erfunden werden. Also entscheide ich mich, lieber zum Zivildienst zu gehen. Da kann man wenigsten selbst entscheiden, wo man hingeht. Ich werde in einem Büro ein Praktikum machen. sch
Andrea Nagorny-Maiuolo schrieb am 26.11.2007, 12:05
Lieber Hendrik Jansen,
eine Kopie des Schwerbehindertenausweises an die Behörde reicht, damit Sie den Ausmusterungsbescheid erhalten.
Eine Ersatzdienstpflicht - was Zivildienst ja wäre- entfällt natürlich auch.
LG, A. Nagorny-Maiuolo
Uwe Heineker schrieb am 23.11.2007, 07:28
... zog ich damals eine Mathematik-Klausur vor, schickte daher die Kopie meines Schwerbehindertenausweises zum zuständigen Kreisverersatzamt und bekam auch schließlich den Ausmusterungsbescheid.
Ich hätte damals doch zur Musterung gehen sollen, um dort zu frohlocken: "Hier bin ich - bitte nehmt mich!" ... :-)