Kopf-Werbung und Navigation überspringen
Kopf-Werbung überspringen

Werbung
Werbebanner zu Sommercamp 2012 selbstbestimmtes Leben
Werbebanner zu Kampagne Teilhabesicherungsgesetz
Werbebanner zu Hier könnte Ihr Werbebanner sein
Werbebanner zu bifos Online Akademie
Link zur Startseite Link zur Inhaltsübersicht Link zu Informationen Link zur Kontaktseite
Druckversion
01.12.2007 - 06:01

Pionier der deutschen Behindertenbewegung geehrt.

Wiesbaden (kobinet) Der Frankfurter Publizist Ernst Klee wird heute mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille geehrt. Er ist einer der Pioniere der deutschen Behindertenbewegung. International bekannt wurde Klee durch seine Bücher, die Verbrechen von Medizinern an Menschen mit Behinderungen in der Nazi-Zeit aufdeckten.

Die höchste Auszeichnung des Landes Hessen erinnert an den Gewerkschafter und hessischen Innenminister Wilhelm Leuschner (1890-1944). Ab 1939 hatte Leuschner Kontakt zu Vertretern des militärischen Widerstandes um Ludwig Beck und Carl Friedrich Goerdeler. Nach dem missglückten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Leuschner zum Tode verurteilt und am 29. September 1944 hingerichtet.

Ernst Klee, 1942 geboren, hat mit seinem Behinderten-Report aus dem Jahre 1974 ein Standardwerk über die Probleme der größten Randgruppe in der heutigen Gesellschaft vorgelegt. Zu dieser Zeit hatte Klee einen Lehrauftrag für Behindertenpädagogik an der Frankfurter Volkshochschule.

Der von Ernst Klee und dem verstorbenen Gusti Steiner ins Leben gerufene Volkshochschulkurs "Bewältigung der Umwelt" wurde zu einer der Keimzellen der bundesdeutschen Behindertenbewegung, die den Kampf gegen das Image vom Musterkrüppelchen und das damals noch beherrschende Menschenbild der "Aktion Sorgenkind" aufnahm.

"Ernst Klees Engagement in diesem Bereich markierte für seine weitere Biografie gleichzeitig den Wendepunkt: Viele Menschen mit Behinderungen schätzten Nichtbehinderte als Unterstützer ihrer Anliegen zwar durchaus, es gar aber auch erhebliche Vorbehalte - Nichtbehinderte, und seien sie auch noch so profiliert, sollten nicht im Zentrum stehen. Ernst Klee begann in dieser Zeit neue Wege zu erkunden: Vom aktuellen Engagement für die Betroffenen zur Suche nach historischen Spuren, die in die Gegenwart führen", schrieb Oliver Tolmein in der taz.

Dass er dabei die Verbrechen von Medizinern an Menschen mit Behinderungen im Nationalsozialismus ins Zentrum seines Interesses rückte, erscheint Tolmein konsequent und hellsichtig angesichts der in den Achtzigerjahren dann auch in der Bundesrepublik beginnenden neuen Diskussionen um Sterbehilfe und Euthanasie. Bemerkenswert an den grundlegenden Forschungsarbeiten Klees ist, dass der gelernte Sanitär- und Heizungstechniker, der später noch ein Theologiestudium absolviert hat, in der Erforschung der "Vernichtung lebensunwerten Lebens", der Euthanasie, durch die Nationalsozialisten den Historikern weit voraus war.

Klee nannte Namen und zeigte, dass viele der beteiligten Wissenschaftler und Juristen in der Nachkriegszeit ihre Karrieren nahtlos fortsetzen konnten. sch

 

 
Empfehlen Sie diese Seite Ihren Freunden bei Facebook
Leserbrief schreiben
Artikel versenden

Druckversion
Seitenanfang
Startseite

an den Anfang springen
Impressum

Validiert nach
Valid HTML 4.01
Mediadaten

© 2002-2012 kobinet-nachrichten

Dieser Internetauftritt wurde mit dem Content Management System @it
der dimedis GmbH, Köln erstellt.