
Berlin (kobinet) Das Europäische Jahr der Chancengleichheit wurde heute in Berlin auf einer Veranstaltung der Bundesregierung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Charta der Vielfalt quasi ausgeläutet. Der Charta der Vielfalt sind bereits fast 200 Unternehmen beigetreten, zuerst DaimlerChrysler, die Deutsche Bank, die Deutsche BP und die Deutsche Telekom. "Die Bundesregierung feiert das Projekt - der Inhalt der Initiative bleibt nebulös. Zahlen über konkrete Erfolge kann niemand nennen", war heute in Spiegel Online unter der Überschrift "Schöner Schein zum Nulltarif" zu lesen.
Dabei klingt das Ziel der Initiative lohnend. "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren - unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität", heißt es. Benachteiligte Gruppen wie Migranten und ältere Arbeitnehmer sollen gezielt gefördert werden. Unternehmen, die unterschreiben, verpflichten sich dazu, einmal im Jahr öffentlich Bericht über ihre Bemühungen zur Vielfalt abzulegen.
Intendantin Monika Piel vom Westdeutschen Rundfunk hat per Videobotschaft vor den Gästen des Fachkongresses "Diversity als Chance" das große Engagement des Senders für Integration und Vielfalt bekräftigt: "Für den WDR sind die Wertschätzung und Förderung von Vielfalt mit ihren zahlreichen Facetten gelebte Realität. Kernziel unseres Engagements ist es, Vielfalt in allen Programmen als Normalität abzubilden."
Unter dem Motto "Vielfalt ist unsere Stärke" diskutierten heute Redakteurinnen und Redakteure mit Fachleuten aus Politik und Wirtschaft über Potentiale und Konfliktfelder in den Bereichen Gleichstellung von Männern und Frauen, Förderung von kultureller Vielfalt und Integration schwerbehinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der WDR war im März dieses Jahres als erstes öffentlich-rechtliches Rundfunkunternehmen der Charta der Vielfalt beigetreten. sch