
Potsdam (kobinet) Auf Einladung der Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, und der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer tagten heute in Potsdam Experten für das Thema Frühförderung im Land Brandenburg. Die Tagung war die erste Station einer bundesweiten Veranstaltungsreihe der beiden Regierungsbeauftragten.
Mit den Expertentagungen wollen sie der Frühförderung von Kindern als Komplexleistung bundesweit zum Durchbruch verhelfen. "Behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder brauchen frühzeitig umfassende Fördermaßnahmen. Das ist wichtig für eine gute Entwicklung, fördert Integration und verhindert Spätfolgen. Ohne eine schnelle Leistungserbringung drohen diesen Kindern nur schwer aufzuholende Benachteiligungen in Schule, Beruf und bei ihrer gesellschaftlichen Teilhabe", so die Beauftragten. Nach ihrer Einschätzung benötigen jährlich tausende Kinder und Jugendliche Leistungen der Frühförderung.
Der Bundesgesetzgeber hatte bereits 2001 festgelegt, dass Leistungen der Frühförderung als sogenannte "Komplexleistung" erbracht werden sollen. In speziellen Frühfördereinrichtungen sollen alle beteiligten Berufsgruppen in Abstimmung miteinander arbeiten. Die Umsetzung dieses interdisziplinär abgestimmten Systems ärztlicher, medizinisch-therapeutischer, psychologischer, heilpädagogischer und sozialpädagogischer Leistungen muss auf Länderebene erfolgen. Die zuständigen Kostenträger, wie etwa Krankenkassen und Sozialhilfeträger, haben vom Bundesgesetzgeber den Auftrag erhalten, sich darüber zu einigen, wer welchen Kostenanteil für welche Leistungen übernimmt.
Nach Ansicht der beiden Beauftragten ist dies bisher nicht im ausreichenden Maße geschehen: "Überall wird zäh verhandelt. Während dessen erhalten viele Kinder nach wie vor nicht oder nicht zeitnah und unbürokratisch die Leistungen, die sie bräuchten."
Darum appellierten sie noch einmal an alle Beteiligten: "Zeit ist gerade in der Frühförderung behinderter Kinder etwas sehr Kostbares. Daher muss hier dringend für Klarheit gesorgt werden. Sechseinhalb Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes müssen wir leider feststellen, dass das System Frühförderung zu Lasten der kleinen Patientinnen und Patienten bedroht ist. Im Interesse der Kinder müssen jetzt alle zusammenarbeiten. Die Verhandlungen werden bisher vorwiegend auf den Aspekt der Kosten reduziert. Die Kostenträger - das sind in erster Linie Sozialhilfeträger und Krankenkassen - haben Angst vor Leistungsausweitungen, ohne überhaupt verlässliche Zahlen darüber vorlegen zu können, was die Frühförderung kostet. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden." sch
Cordula Müller schrieb am 14.12.2007, 14:00
Der Krankenkasse musste ich , um den Psychomotorikgruppenkurs zu erhalten, seitenweise Berichte über unsere Kinder bringen. Dann teilte man uns mit , dass die Kommunenbeiträge durch die Eltern zu leisten seien, da unsere Kommune kein Abkommen mit der Kommune hat, die diese Gruppe möglich macht. Ich habe mich , leider zu spät gewehrt, die Turngruppe muss beendet werden, da die Eltern die Beiträge nicht mehr selber zahlen wollen und weil die Krankenkassen oft Unmögliches an Attesten oder Ähnlichem verlangen, um diesen Sport zu bezahlen. Traurig, aber leider Realität. Bei uns gibt es nicht ein Angebot der Stadt, wo Kinder ihre Fähigkeiten erweitern können, es sei denn, sie sind ganz normale Regelkinder, die selbstverständlich vom Töpfern über Fussball, Turnen ,Schwimmen, Basteln, Musizieren, Tennisspielen bis zum Zirkustraining Alles ausprobieren können.Ach Entschuldigung, als ich mit unseren Zwillingen schwanger war, durfte ich zur Schwangerschaftsgymnastik wie eine Mama von ganz normalen Kindern.Zum Glück wurde ich da noch nicht aussortiert. integration@thpcolo.de