
Potsdam (kobinet) Es war laut der behindertenpolitischen Sprecherin der Linken, Ingeborg Kolodzeike, das erste Mal, dass in dieser Woche im brandenburgischen Landtag eine Fragestunde simultan gebärdensprachgedolmetscht wurde.
Gleich 27 gehörlose Besucherinnen und Besucher konnten so erstmals ohne ausgeschlossen zu sein, der Veranstaltung folgen. "Ich teile die Aussage von Sozialministerin Ziegler, dass es Normalität werden muss, die Landtagssitzungen begleitend in Gebärdesprache zu übersetzen. Deshalb rufe ich alle Parlamentsabgeordneten dazu auf, dafür zu sorgen, dass zumindest die Fragestunde in Gebärdensprache gedolmetscht wird", so Kolodzeike.
Außerdem fordert sie den übertragenden Rundfunk Berlin-Brandenburg auf, künftig die Übertragung der Zusammenfassung aus dem Landtag auch für gehörlose Menschen erlebbar zu machen. Trotz langwieriger Verhandlungen des Gehörlosenverbandes mit dem RBB würden regionale Fernsehsendungen immer noch nicht mit Untertiteln ausgestrahlt, geschweige denn erfolge eine Übersetzung der regionalen Nachrichten in Gebärdensprache.
Kolodzeike will weitere Ausgrenzungen gehörloser und schwerhöriger Menschen nicht mehr länger hinnehmen. "Unsere gehörlosen Mitbürgerinnen und Mitbürger sind also einzig auf die Printmedien angewiesen, um Informationen aus ihrem regionalen Umfeld zu erhalten. Dieser Zustand muss endlich beendet werden, um die gehörlosen Bürgerinnen und Bürger nicht auszugrenzen, sondern sie aktiv in unsere Gesellschaft einzubeziehen und teilhaben zu lassen". elba