
Berlin (kobinet) So erklärt Nicole Böwing, Geschäftsführerin von Seniorplace, einem bundesweiten Beratungsservice für Pflege- und Wohnformen im Alter: "Die Pflegereform lenkt Geld in die falsche Richtung". Weder die Vorschläge der SPD noch die Alternativen der CDU seien praxisgerecht. Ihr Unternehmen würde seit fünf Jahren kompetente und kundenfreundliche Pflegeberatung, "die weder den Pflegebedürftigen noch dessen Angehörigen und schon gar nicht den Steuerzahler finanziell belasten". Die massenhafte Installation von Pflegestützpunkten sei weder notwendig noch finanzierbar. Das Geld sollte besser unmittelbar in die Pflege gesteckt werden."
Für den Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB) besteht in vielen Reformpunkten "noch grundlegender Verbesserungsbedarf". Wie Seniorplace kritisiert er die Schaffung von Pflegestützpunkten. Der Bundesvorsitzende des VDAB, Stephan Baumann, sieht darin "die weitere Bürokratisierung des Pflegesystems und die Verschwendung von Beitragsgeldern für überflüssige neue Beratungsstellen in Form von zigtausend Pflegestützpunkten", Die zusätzlichen Finanzmittel der Pflegeversicherung durch die geplante Beitragssatzerhöhung müssten vielmehr direkt für eine verbesserte Versorgung und somit für mehr Lebensqualität der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen Verwendung finden.
Laut Gesetzentwurf seien zunächst 1600 Stützpunkte vorgesehen, für deren Finanzierung 80 Millionen Euro bereitgestellt werden sollen. Nach dem geplanten Einwohner-Schlüssel wären 4000 Pflegestützpunkte notwendig. Die jährlichen Kosten betrügen rund 800 Millionen Euro. Dazu Nicole Böwing: "Mit dieser Menge Geld, die allein in den Aufbau von Parallelstrukturen fließen soll, ließe sich in der direkten Betreuung von Pflegebedürftigen sehr viel mehr erreichen. Die Pflegereform ist für mich deshalb in dieser Beziehung völlig indiskutabel." Aber auch das Gegenmodell der CDU sei nicht der Weisheit letzter Schluss: "Mit den von den Unionspolitikern statt dessen vorgeschlagenen Beratungsschecks würde ebenfalls das Geld in die falsche Richtung fließen. Warum belässt es die Koalition nicht bei sich selber finanzierenden Beratungsdiensten wie unserem Service Seniorplace? Im Bundesgesundheitsministerium verfügt man offenbar über zu viel Geld ...".
Die Zukunft der Pflegeversicherung bliebe ungewiss, meint Baumann. Es fehle ein weitsichtiges Finanzierungskonzept. Bei der Verbändeanhörung im Januar wolle sich der VDAB für die Interessen seiner Mitglieder stark machen. elba
Gerd Frank schrieb am 15.12.2007, 07:36
Was werden die Stützpunkte bringen? Ich denke nicht besonders viel. Es werden sogenannte Fachleute eingestellt die dem Glauben unterliegen genau zu wissen was für pflegebedürftige bzw. behinderte Menschen gut ist. Sie verfahren dann wie wir es schon ja schon kennen. Behinderte Menschen= doof, die wissen nicht was für Sie gut ist. Die halten sich für Fachleute die genau die Bedürfnisse der o. g. Personen kennen. Stellt sich nunmehr die Frage braucht dieses Land diese Schlauberger.