
Nürnberg/Hollenbach (kobinet) In einem Schriftwechsel, der sich über mehrere Monate erstreckte, regte das Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA e.V.) gegenüber der Bundesagentur für Arbeit (BA) an, die Bezeichnung "Behindertenassistent" als Suchbegriff zur Suche nach Assistenten, bzw. nach Arbeitsplätzen zu verwenden.
ForseA argumentierte, dass mit Einführung des Persönlichen Budgets hier wesentlich mehr Bewegung auf dem Arbeitsmarkt erwartet wird. Darum wurde die BA gebeten, dies dadurch zu unterstützen, dass die Suchbegriffe an die heutigen Zeiten angepasst werden. Zunächst sah es danach aus, dass die Bemühungen von ForseA auf einen fruchtbaren Boden gefallen sind.
Gerhard Bartz, ForseA-Vorstandsmitglied: "Wir hatten bereits die Zusage, dass der Vorschlag umgesetzt würde, man werde uns danach unterrichten. Nachdem wir auf den Einführungstermin des gesetzlichen Anspruchs auf das Persönlichen Budgets und damit auf die Dringlichkeit hingewiesen hatten, bekamen wir nun die Absage. Die abschließende Antwort lautete: Es wird keine separate Einheit 'Behindertenassistent/in' angelegt. Im Folgenden führte die BA aus, dass der eingeführte Begriff 'Behindertenhelfer' den Bedarf abdecke."
Weiterhin schrieb die BA: "Da wir sicher sind, dass sich an dieser Regelung in Zukunft nichts ändern wird, bitten wir Sie diese Antwort als abschließend zu betrachten und von weiteren Anfragen abzusehen.". Bartz: "Die Arbeitsvermittlung der Bundesagentur hat hier die Chance vertan, das Persönliche Budget mit ihren Mitteln zu begleiten und mit zum Erfolg zu führen. Kaum zu glauben, dass aus demselben Haus auch sehr gute Handlungsempfehlungen zum Persönlichen Budget kommen. Ein Mitglied unseres Vereines führt bereits seit Jahren einen regen Dialog mit der BA mit dem Ziel, die diversen Stellenbörsen im Bereich der persönlichen Assistenz mit der BA zu koordinieren und zu verlinken. Auslöser sind erheblich Probleme, in seiner Region im Südosten Deutschlands Assistenten zu finden. Auch hier bewegt sich nichts." hjr
Silvia Königsberger schrieb am 08.02.2008, 17:20
Offenbar ist es für einige sehr schwer in der Gegenwart zu leben. Ich möchte nicht wissen, wie schnell die Bezeichnung "Behindertenassistent" als Suchbegriff angepasst wird, wenn einer der Entscheidungsträger selbst von so einem Schicksal betroffen wäre. Lieber Arbeitslosenzahlen "schönreden" und nicht über seinen eigenen Tellerrand hinausschauen. Ein wenig Beweglichkeit - jede Möglichkeit, Arbeitsplätze zu schaffen (nicht zu viele, sonst haben wir ja selber keine Berechtigung mehr) wahrzunehmen, bei der BA wegen Bürokratismus und Ignoranz anscheinend unmöglich!!! Sieht so die Zusammenarbeit in der Gemeinschaft aus?
Gerhard Herold schrieb am 08.02.2008, 00:45
Das Studentenwerk München hat innerhalb fünf Tagen die www.ASSISTENZBOERSE.de auf ihrer Jobbörse im Januar 2008 verlinkt. Vielen Dank dafür. Ich erwarte mir hier langfristig viele Beweber und weiß aus Berichten von Handicaped Students dass diese über die Assistenzbörse sich ein Helferteam zusammenstellen um Studienbegleiter zu haben. Ideal wäre natürlich wenn beide das selbe Fach studieren. dann würde der Assistent sein Studium noch bezahlt bekommen. Hat daran schon mal jemand gedacht?
PHIL L. HEROLD schrieb am 07.02.2008, 14:17
doch wie oft macht man den selben fehler? wann wird man klug?
macht eigener schaden froh? ist genug nicht genug?
ich hab es satt, neue generationen zu sehn
deren leben sich noch immer um die alten regeln drehn
die unsere vorfahren vor jahren aufgestellt, für eine welt
die heute nicht mehr zählt, doch wer sich dennoch daran hält
der blieb zu lang auf der einen seite stehn, kann zwar zur anderen sehn
doch hat nicht mehr den mut, um rüber zu gehn
sieht wie die anderen durch ihr leben wandern, während er steht
sie treffen aufeinander, wo bei ihm nichts geht
er ist frustriert aufgrund von dem, was ihm passiert
und hat doch nicht kapiert, wie das spiel funktioniert
und fragt sich immer:
warum ich? warum immer ich? Ha, so ein mist
es passiert dir doch nur deshalb, weil du bist, wie du bist
und deshalb leuchtet mir auch nur noch eine frage ein
wer bin ich und wer will ich sein?
Thorsten Wellinger schrieb am 06.02.2008, 20:40
solange in den Ministerien und Behörden zuwenige behinderte Entscheidungsträger arbeiten, wird es kaum zu Fortschritten kommen: der obige Bericht ist ein gutes Beispiel dafür.
Mehr behinderte Entscheidungsträger werden aber nur dann in die Positionen gelangen, wenn die notwendigen behinderungsbedingten Adaptionen am Arbeitsplatz angeboten werden.
Thomas Schmidbauer schrieb am 06.02.2008, 13:19
Ich denke hier wird es Zeit das die BA sich den Gegebenheiten des heutigen Arbeitsmarktes stellt.
Flexibilität und Innovation müssen auch bei der BA wichtige Themen sein.
Also nehmt doch mal neue Ideen und setzt sie in einem akzeptablen Zeitraum auch um.
T.Schmidbauer
Michael Eiba schrieb am 06.02.2008, 10:41
Liebe Leser
Es ist doch wohl unglaublich. Gute und sinnvolle Ideen werden einfach zurückgewiesen. Ist das nun Ignoranz oder Dummheit, ein Potential von mehreren Tausend Arbeitsplätzen nicht wahrzunehmen?
Liebe Bundesagentur für Arbeit. Macht gefälligst das wofür Ihr da seid. Sorgt dafür dass möglichst viele Menschen in Lohn und Brot kommen. Und wenn Ihr dadurch auch einmal einen neuen Weg gehen müßt, so habt Ihr das im Sinne euerer Aufgabe auch zu tun!
Ich fordere die BA auf, die Assistenzbörse bekannt zu machen. In all Ihren Agenturen und auf dem Stellenmarkt.
M. Eiba
Gerhard Herold schrieb am 06.02.2008, 07:54
Lieber Leser,seit 2003 versuche ich die Agenda 6000 bei der Agentur für Arbeit einzubringen.
Als die BA sich umstrukturierte und 163 Mio. in den Sand setzte weil der Virtuelle Arbeitsmarkt nicht termingerecht zum Laufen kam war das Medieninteresse groß. Herr Präsident Herold mußte gehen Herr Weise kam. Herr Dr. Weise fand meine Idee gut und sprach weiter so. Es passierte nix. Sorry - doch: wir bieten immer noch 6000 Arbeitsplätze auch für Ungelernte als Assistenten bei Behinderten im Privathaushalt an. Aber keiner "weise" es. Bitte verlinken Sie die www.Assistenzboerse.de und schalten sie eine Anzeige im Stellenmarkt jeder deutschen Zeitung. Das kostet nicht viel und schafft Arbeitsplätze.