
Berlin (kobinet) Die ersten Preise auf der Berlinale wurden heute Abend von der Jury für den Teddy Award vergeben. Eine internationale Jury aus acht schwul-lesbischen Filmemachern und Queer-Filmfestival-Organisatoren hat Filme aus allen Berlinale-Sektionen gesichtet, die in einem schwulen, lesbischen oder transidentischen Kontext stehen.
Der Preis für den besten Spielfilm, dotiert mit 3.000 Euro, gestiftet von Pro-Fun Media, ging an den Film "The Amazing Truth About Queen Raquela" von Olaf de Fleur Johannesson". Die Jury wählte den Film aus "für seine Fähigkeit, Ethnizität, Gender und Armut auf unterhaltsame Weise anzusprechen und gleichzeitig mit den Zuschauererwartungen an die filmische Form zu spielen".
Der Teddy für den besten Dokumentarfilm, dotiert mit 3.000 Euro, gestiftet vom schwul-lesbischen Förderverein elledorado e.V. und dem Förderverein Teddy e.V., ging an "Football Under Cover" von David Assmann and Ayat Najafi (kobinet 12.2.08). "Die diesjährigen Dokumentationen haben die Herzen der TEDDY Jury im Sturm erobert. Viele der Dokumentarfilme verpacken schwierige Themen, die zum Nachdenken anregen, auf wirkungsvolle und zugängliche Art. Dem Gewinnerfilm gelingt es sehr filmisch und unglaublich fesselnd, auf subtile und humorvolle Weise die Geschlechterrollen im Sport in islamischen Gesellschaften zu zeigen", so die Jury. Auch den in diesem Jahr vergebenen Zuschauerpreis, dotiert mit 3.000 Euro, gestiftet von Volkswagen, gewann dieser Film. Ausgezählt wurden mehr als 4.500 Stimmen.
Der Preis für den besten Kurzfilm, dotiert mit 3.000 Euro, gestiftet von TIMM, ging an "Tá" von Felipe Sholl, "der scharfen und witzigen Betrachtung einer kurzen Begegnung zwischen zwei Jungen".
Der Jury-Preis ging an "Be Like Others" von Tanaz Eshaghian, "ein kompromissloses und bewegendes Porträt über die schockierenden Realität, der queere Iranerinnen und Iraner ausgesetzt sind." Den Leserpreis der Siegessäule ELSE, dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet vom Jackwerth Verlag, gewann ebenso der Film von Tanaz Eshaghian.
Für besondere Verdienste um die queere Filmkultur wurden Hans Stempel und Martin Ripkens geehrt (für ihren mehr als 50-jährigen gemeinsamen Einsatz für die Filmkultur als Filmkritiker, Filmscouts und Filmemacher) sowie Keith Collins, Simon Fisher Turner, Isaac Julien, James Mackay und Tilda Swinton, die das Erbe des britischen Filmemachers Derek Jarman lebendig halten. ag