Kopf-Werbung und Navigation überspringen
Kopf-Werbung überspringen

Werbung
Werbebanner zu Sommercamp 2012 selbstbestimmtes Leben
Werbebanner zu Kampagne Teilhabesicherungsgesetz
Werbebanner zu Hier könnte Ihr Werbebanner sein
Werbebanner zu bifos Online Akademie
Link zur Startseite Link zur Inhaltsübersicht Link zu Informationen Link zur Kontaktseite
Druckversion
13.03.2008 - 07:55

Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen.

Von kobinet-Korrespondentin Anke Glasmacher

Berlin (kobinet) Zahlreiche prominente Gäste aus Film und Fernsehen fanden sich im Atrium der Deutschen Bank zur 6. Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises in Berlin (kobinet 12.3.08) ein. Unter ihnen die Schauspielerinnen Katja Riemann, Hannah Herzsprung, Ulrich Noethen und Kai Wiesinger. Die kanadische Starsopranistin Anna Maria Kaufmann eröffnete den Abend mit einer wunderbaren Interpretation der Filmmusik aus "Cinema Paradiso".

Bis zur Preisverleihung folgten dann allerdings erst einmal zahlreiche Interviews, geführt von einer wenig inspirierenden Moderatorin Nina Ruge.

Mario Adorf hat nicht nur die Schirmherrschaft für den Hörfilmpreis übernommen, sondern selbst auch einen Film besprochen ("Faust" mit Gustaf Gründgens). Im Gegensatz zur ständigen Suche des Schauspielers zu gefallen und eine Rolle zu interpretieren, müsse man sich bei einer Filmbeschreibung ganz zurücknehmen, sagte er. Der Filmbeschreiber müsse die Szene beschreiben und dürfe sie gerade nicht interpretieren.

Wie Andreas Bethke, Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, betonte, sei es deswegen besonders wichtig, dass bei einer Filmbeschreibung blinde und sehende Menschen eng zusammenarbeiteten. Der DBSV hat mit der Deutschen Hörfilm gGmbH eine eigene Produktionsfirma für Audiodeskription gegründet, um die Entwicklung auf dem Gebiet weiter voran zu treiben.

Bernd Benecke hat nicht nur 1993 den Startschuss für den ersten Fernsehfilm mit Bildbeschreibung gegeben, er ist auch nach wie vor in Deutschland der einzige festangestellte Fernsehredakteur, der ausschließlich für den Bereich Hörfilm zuständig ist. Er arbeitet beim Bayerischen Rundfunk. Die ARD fördert die Entwicklung des digitalen Films. Damit können zukünftig bereits die Erstaustrahlungen ohne jegliche technische Probleme oder Qualitätseinbußen mit Audiodeskription ausgestattet werden. Ab Sommer soll es in der ARD soweit sein. Bislang, so Benecke, engagierten sich nur die öffentlich-rechtlichen Sender bei der Bildbeschreibung. Es sei wünschenswert, dass die privaten Sender bald nachzögen.

Renate Reymann, Präsidentin des DBSV, wies im Anschluss darauf hin, dass es ab sofort die Möglichkeit für Hörfilmpatenschaften gebe. Die Produktion eines Hörfilmes koste rund 5.000 Euro. Aktuell warteten die Filme "Blindsight" und "Shine a Light" - beides Publikumsrenner auf der Berlinale - auf Paten.

Bereits eine Patenschaft übernommen und außerdem bereits im 3. Jahr die gesamte Veranstaltung gesponsert hat das Pharmaunternehmen Pfizer. 2006 gewann Pfizer mit seinem Internetauftritt die Goldene BIENE für die barrierefreie Gestaltung des Informations- und Kommunikationsangebotes. Das, so Michael Klein, Mitglied der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland, sei der Auslöser gewesen, sich mit dem Thema Barrierefreiheit viel umfassender auseinanderzusetzen. So sei man zum Beispiel gerade dabei, barrierefreie, d.h. lesbare und verständliche Beipackzettel zu entwickeln. Dazu habe man eigens eine beratende Arbeitsgruppe mit Patientinnen und Patienten ins Leben gerufen. Und auch beim Hörfilm wolle man sich weiter engagieren. Mitgebracht hat Klein den letztjährigen Gewinner des Goldenen Berlinale-Bären für den besten Film: "Tuyas Ehe" gibt es ab April als Hörfilm im Handel. Geplant sind außerdem noch Hörfilmfassungen von "Der mit dem Wolf tanzt" und "Feld der Träume". Das Gute an Hörfilmpatenschaften sei doch, so Klein, dass man sich als Pate seine Lieblingsfilme aussuchen könne. Pfizer sei auf jeden Fall auch im nächsten Jahr als Sponsor wieder dabei, kündigte er an.

Verliehen wurden dieses Mal gleich drei Preise: Der Hauptpreis ging an den Film "Das wahre Leben" von Regisseur Alain Gsponer, eingereicht durch den Südwestrundfunk. Entgegengenommen wurde der Preis durch den Fernsehfilmchef des SWR, Carl Bergengruen, und Alain Gsponer, Katja Riemann, Hannah Herzsprung und Ulrich Noethen, die die Hauptrollen im Film spielten. Hannah Herzsprung, die im vergangenen Jahr an der Seite von Monica Bleibtreu in dem Film "4 Minuten" eine überragende Rolle spielte, kann man demnächst auch in der Hörfilmfassung bewundern, den der Bayerische Rundfunk produziert hat.

Sonderpreise gingen an den Stummfilm "Vom Reiche der sechs Punkte", von Hugo Rütters aus dem Jahr 1927, der vom Berufsförderungswerk Düren eingereicht wurde. Den Preis nahmen Martina Hoffmann-Badache (Rheinischer Blindenfürsorgeverein 1886 Düren), Dr. Hans-Joachim Zeißig (BFW Düren) und Stefan Drößler vom Filmmuseum in München entgegen. Martina Hoffmann-Badache betonte in ihrer Dankesrede insbesondere die Verdienste des Filmmuseums München, das den Film aufwändig restauriert und somit als Zeitdokument erst wieder zugänglich gemacht habe.

Ein weiterer Sonderpreis ging an die Constantin Film AG für ihre besonderen Verdienste um die Hörfilmproduktion. Entgegengenommen wurde er von Burt Neuber, dem Produktmanager DVD.

Ein Ausblick zum Schluss
Die Veranstaltung war gewohnt professionell organisiert und ausgerichtet und glänzte mit einer Menge (inter)nationaler Star-Prominenz. Drei Wünsche hätte ich für die 10. Hörfilmpreisverleihung im Jahr 2012: Die Moderatorin ist professionell und charmant und bittet nicht unbeholfen alle Blinden am Beginn der Veranstaltung, einmal aufzuzeigen, damit man sie besonders begrüßen könne. Der Schirmherr begründet sein Engagement nicht damit, dass er wirklich niemals blind werden wolle, denn das sei echt das Schlimmste, was er sich vorstellen könne. Und die Hörfilmpreisverleihung emanzipiert sich endgültig vom Parlamentarischen Abend zu einem Hörfilmfestival mit Preisverleihung und etabliert sich damit als fester Termin in allen Kultur- und Filmredaktionen. sch

 

 
Empfehlen Sie diese Seite Ihren Freunden bei Facebook
Leserbrief schreiben
Artikel versenden

Druckversion
Seitenanfang
Startseite

an den Anfang springen
Impressum

Validiert nach
Valid HTML 4.01
Mediadaten

© 2002-2012 kobinet-nachrichten

Dieser Internetauftritt wurde mit dem Content Management System @it
der dimedis GmbH, Köln erstellt.