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kobinet-nachrichten 14.03.2008 - 15:40
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Markenzeichen Berlins

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Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl

Berlin (kobinet) Die deutsche Hauptstadt will künftig mit dem Spruch "Be Berlin" (Sei Berlin) werben. Alle Berliner sollen Botschafter ihrer Stadt sein, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zum Start der Markenkampagne in dieser Woche. Bei der Übergabe des Signets "Berlin barrierefrei" an den Hauptbahnhof hat heute der Landesbehindertenbeauftragte Martin Marquard dafür geworben, Barrierefreiheit zum Markenzeichen Berlins zu machen.

Zu Beginn der Kampagne sind die Berliner aufgefordert, ihre persönlichen Erfolgsgeschichten aufzuschreiben. Marquard gehörte früher zum Spontanzusammenschluss Mobilität für Behinderte, dessen Mitglieder bis heute unermüdlich für eine barrierefreie Umwelt in der Stadt missionieren. Als Verbandsvertreter war er vor gut 15 Jahren Mitverfasser der Leitlinien zum Ausbau Berlins als behindertengerechte Stadt.

"Wir sprechen heute von der barrierefreien Stadt - die Begriffe behindertengerecht und behindertenfreundlich gehören der Vergangenheit an, da sie einengend sind und letztlich auf nicht mehr zeitgemäße Sonderlösungen für behinderte Menschen abzielen. Barrierefreiheit ist dagegen weit mehr, da sie allen Menschen nutzt", sagt Marquard. Nach den Berliner Erfahrungen sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung zwingend auf Barrierefreiheit angewiesen, 40 Prozent brauchen sie als notwendige Unterstützung und für 100 Prozent bietet sie ganz einfach mehr Komfort. Barrierefreiheit als Markenzeichen Berlins zu entwickeln, macht diese Stadt lebens- und liebenswert für alle.

Marquards Büro hat damit begonnen, die Veränderungen der letzten 15 Jahre mit dem Signet "Berlin barrierefrei" (ein schwarz umrandeter weißer Pfeil auf gelbem Grund) im Stadtbild sichtbar zu machen. Mehr als 300 Geschäfte, Hotels, Gaststätten, Museen, Einkaufszentren, Apotheken, soziale Einrichtungen, Verwaltungsgebäude - heute nun auch der Berliner Hauptbahnhof - erhielten dieses Signet. Das sind nach grober Schätzung ein bis zwei Prozent der öffentlich zugänglichen Gebäude in der Stadt. Doch tausende Einrichtungen, so Marquard, verdienten dieses Signet und müssten aufgespürt werden.

Das Signet ist kein Zertifikat für barrierefreies Bauen. So wurden denn auch in der Berliner Behindertenszene die Mindestkriterien für eine Vergabe kritisiert. Je mehr Signets im Stadtgebiet zu sehen sind, desto größer ist der Anreiz, noch bestehende Barrieren weiter abzubauen, hofft Marquard. Be barrierefrei!
 

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