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kobinet-nachrichten
15.03.2008 - 07:56
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Bretzfeld (kobinet) Heute müssen die beiden letzten Bewohnerinnen ihre Wohngemeinschaft im hohenlohischen Bretzfeld verlassen und in ein Altenpflege"heim" ziehen. Demzufolge gibt es die Wohngemeinschaft "Haus Abendsonne" nicht mehr.
Damit ist ein mittlerweile Jahre dauernder Kampf gegen den Bürokratismus zu Ende gegangen. Verloren haben ihn 7 alte Menschen, die ihren Lebensabend gemeinsam verbringen wollten (siehe auch kobinet vom 3. Februar).
Gesiegt hat indes das Landratsamt des Hohenlohekreises, das der Meinung war, behördliche Gewalt ausüben zu müssen, um den Bürokratismus über Wunsch- und Wahlrechte und die Selbstbestimmung alter Menschen und deren gesetzlicher Betreuer zu stellen. Die Behörde hatte befunden, dass es sich beim Zusammenleben der alten Menschen nicht um eine Wohngemeinschaft handeln würde, sondern um ein illegales Kleinstheim. Illegal vor allem darum, weil die Quadratmeterzahl der Zimmer nicht der Heimmindestbauordnung entspräche. Um eine Wohngemeinschaft handele es sich nicht, weil jede und jeder der Bewohnerinnen und Bewohner den gleichen Mietanteil zahlen würde nicht entsprechend der jeweiligen Quadratmeterzahl der bewohnten Zimmer.
In einem, am Donnerstagabend gesendeten, Bericht der Landesschau (SWR) hat der Moderator in der Anmoderation zutreffend festgestellt: "… da musste die Behörde schützend eingreifen, auch wenn sie darum niemand gebeten hat".
Gotthard Wirth vom Landratsamt des Hohenlohekreises rechtfertigt die Handlungsweise der Behörde im Landesschaubericht: "Wenn das ein Heim ist und die Voraussetzungen, die das Gesetz vorschreibt, für den Betrieb dieses Heimes nicht erfüllt sind, sind wir gezwungen, den Heimbetrieb zu untersagen, unabhängig davon, ob wir dann in die Rechte der Menschen eingreifen. Wir bedauern das natürlich außerordentlich, dass die Personen, die lange Jahre jetzt in diesem Umfeld waren, aufgrund dieser Entscheidung herausmüssen aber sie war wohl nicht vermeidbar". hjr
Dirk Balzer schrieb am 16.03.2008, 19:39
vielleicht kann man einer solchen Hirnakrobatik dadurch begegnen, dass man gesetzlich festliegt was eine Wohngemeinschaft ist! *grinsend*
Gerd Frank schrieb am 16.03.2008, 14:22
das der Landrat es nicht ertragen kann das alte Menschen die womöglich auch noch behindert sind selbstbestimmt Leben. Es geht letztendlich um viel Geld, denn gerade mit behinderten Menschen und alten Menschen lässt sich gut verdienen. Warum werden immer neue Hain´mplätze geschaffen, anstatt Alternativen anzubieten. Die Profitgier der Heimbetreiber scheint grenzenlos.
Die Pfleger=Aufseher ist eher ein schlechter Scherz. Die tun was in ihrer Macht steht. Das Problem liegt einzig und allein im Personalschlüssel, dass mit wenig Personal so viele Leute wie möglich zu pflegen. Von daher ist der Begriff Aufseher für die Pfleger völliger Unsinn.
Bevor man so etwas schreibt sollte man sich zunächst mal genau informieren was Pfleger überhaupt leisten. Sie als Auseher zu bezeichnen ist eine Frecheit.
Dorothea Moesch schrieb am 16.03.2008, 13:47
Wenn Alte oder sogenannte Behinderte zusammen leben, MUSS es sich um ein sog. Heim, besser: eine Anstalt, handeln - denn, gehören "diese Menschen" nicht sowieso dahin?
Und zu einer ordentlichen Anstalt gehören Aufseher, äh, die werden ja jetzt "Pfleger" genannt, eine Anstaltsordnung, ein geregelter Tagesablauf (17 Uhr "Abend"-Brot, 18 Uhr Betti-Betti) etc.
Hat jemand wirklich an das Märchen von der Würde im Alter geglaubt? Süß!
Gerd Frank schrieb am 15.03.2008, 10:15
das hat in meinen Augen nichts mit Demokratie zu tun. Da werden bei mir Erinnerungen wach. Dieser Landrat sollte sich in Grund und Boden schämen, auf so eine schäbige Art mit Menschen umzugehen. Mir zeigt es das er alte sowie behinderte Menschen das er mit seinem Tun, nur an Profit denkt. Es geht ihm nicht um das Wohl der Menschen, auch wenn er es behauptet. Er scheint Freude daran zu haben Grundrechte mit Füssen zu treten und seine Macht auf eine ganz perfide Art auszuüben. So was ist schlichtweg menschenverachtend
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