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11.04.2008 - 07:04

Das Netz der Pflege Mafia.

Mainz (kobinet) Über das Netz der Pflege Mafia wurde gestern mit den Autoren des gleichnamigen Buches, Claus Fussek und Gottlob Schober, im DGB Haus in Mainz diskutiert.

Gleich zu Beginn der von Michael Grabenströer von der Frankfurter Rundschau moderierten Veranstaltung machten die Autoren des Buches deutlich, warum sie von einer Pflege Mafia sprechen. Jeder wisse von den Mißständen in der Pflege, doch kaum jemand, der in diesem Bereich arbeite, wage offen darüber zu sprechen. Es herrsche überall Angst und viele machten damit Geschäfte. Claus Fussek und Gottlob Schober machten dabei aber auch deutlich, dass es auch gute Einrichtungen in diesem Bereich gäbe. Das merke man sofort, wenn man diese betrete. Doch selbst die unbestritten zehn Prozent der Angebote, die erhebliche Defizite aufweisen, bedeuteten, dass 70.000 pflegebedürftige Menschen darunter erheblich leiden müssten, das sei ein Skandal. Das Plädoyer von Claus Fussek fiel daher klar aus: "Die Geslleschaft muss sich der Thematik annehmen". Was für andere Menschenrechtsverletzungen, die zurecht angeprangert würden, müsse gerade auch für die Menschenrechtsverletzungen in der Pflege gelten.

Klaus Peter Lohest vom rheinland-pfälzischen Sozialministerium, das erst vor kurzem mit der Casa Reha die Schließung einer Pflegeeinrichtungen aufgrund massiver Mängel verordnet hatte, plädierte in der angeregten Diskussion dafür, dass sich die Bürgerinnen und Bürger verstärkt engagieren müssten und die verschiedenen Angebote in die Gemeinde integrieren müssten. Viele wünschten sich ein Leben Daheim statt im Heim, so dass die Angebote auch in die Gemeinde geöffnet werden müssten und die Bürgerinnen und Bürger sich in den bestehenden Heimen engagieren sollten. Aus der Behindertenhilfe könne man beispielsweise den Ansatz der Entwicklung individueller Teilhabepläne auch auf die Altenhilfe übertragen, so dass sich der Bedarf und die Hilfe am Individuum orientiert und dementsprechend auch die Hilfen orgenisiert werden könnten.

VertreterInnen der Verbände, die Heime betreiben und Pflege anbieten, waren übrigens nicht zu der Veranstaltung erschienen. Auf Nachfrage hieß es, dass sie sich durch den Begriff der Pflegemafia diskriminiert fühlten. "Getroffene Hunde bellen", meinte dazu jemand aus dem Publikum. moh
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Ingrid Eichhorn-Stamac' schrieb am 16.06.2009, 13:21

Pflege-Mafia

Sehr geehrter H.Fussek,sehr geehrter H.Schober, mit großem Interesse verfolge ich Ihre Auftritte im TV u.PR.Ich bedanke mich u.bewundere Ihren Mut.Zum Thema möchte ich einen anderen Blickwinkel aufzeigen:In unserer Gegend - u.sicher auch in anderen Landesteilen Deutschlands-finden Machenschaften statt, die sicher nicht so vom Gesetzgeber gewollt sind. Wenn alte Menschen im Krankenhaus liegen und evtl. pflegebedürtfig sind, werden sie auf dem "kurzen Weg" sofort in ein Pflegeheim der Diakonie, der Caritas oder d. AWO befördert. Diese Institutionen haben ihre Vertreter in den Komunen,im Kreis, im Landschaftsverband, und der Sozialdienst im Krankenhaus arbeitet Hand in Hand mit Ihnen.
So können immer neue Heime - natürl. mit Fördergeld - gebaut werden, die dann auch gefüllt werden müssen. Private Anbieter haben keine Chance, auch wenn sie einen besonderen Service bieten.
Ein Bewohner 88 J. von uns war gefallen und ins Krankenhaus gekommen. Er war nach 3 Wochen Aufenthalt ziemlich schwach und es wurde ihm nahegelegt, doch in ein Heim zu ziehen, da er im Betreuten Wohnen unterversorgt wäre. Der Bewohner hat mit viel Nachdruck und mit meiner Hilfe durchgesetzt, dass er wieder in sein Zuhause konnte.
Das 2. Problem ist die Kostenübernahme für Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalt: wenn ein Pat. für die notwendige Kurzzeitpflege nicht in ein Heim will und er die Wartezeit für Verhinderungspflege noch nicht erfüllt, werden keine Kosten übernommen.
Es haben schon mehrere alte Menschen die Kurzzeitpflege im Heim abgelehnt aus folgenden Grund:" Meine Angehörigen holen mich nicht mehr ab, wenn ich erst einmal im Heim bin." Viele Grüße, bleiben Sie gesund.

Rudi Richter schrieb am 12.04.2008, 17:53

Konkrete Beispiele wären interessant

Lieber Herr Meier,
wenn Sie viel erzählen können und ein Buch schreiben, dann finde ich das interessant. Vielleicht können Sie damit ja anfangen, hier in kobinet immer mal Ihre konkreten Erfahrungen vom Alltag in Heimen einzubringen. Vielleicht ja hier als Leserbrief, denn nur wenige können wirklich hinter die Mauern der Einrichtungen blicken und wissen, was da an der Tagesordnung ist. Und, es muss mehr Claus Fusseks geben, die benennen, was passiert.

Ich wäre also sehr an Ihren konkreten praktischen Erfahrungen interessiert, was so alles passiert, denn nur so kann man auch was ändern.

Frank Meier schrieb am 11.04.2008, 11:14

Casa oder Pro Vita?

casa reha in finthen ist jetzt nicht mehr , also alles in ordnung.
es kommt ein anderer betreiber und alles ist wieder gut?
was machen die geschäftsführer die von diesen miseren genau bescheid wussten?
die sitzen immernoch am ruder und machen weiter mit dem " alte leute abzocken"
mit den personal verdummungen und die vorgesetzten die im casa damals das sagen hatten?
nein nicht der ehemalige heimleiter, die kleinen wohnbereichsleiter und teamleiter und was da so noch an personal keucht und fleucht welche eine führende position hatten, diese waren die wahren übeltäter, diese wohnbereichsleiter die schon früher in anderen heimen der umgegbung ihre macht ausübten und alte menschen quälten, die laufen heute immernoch frei rum , denn es steht nichts in der personalakte das dieser oder jäner alte menschen verprügelt hat.
das gewissen spielt dabei keine rolle, ist ja auch nur ein alter hilfsbedürftiger mensch.
wenn die politik nichts tut, dann muss man sich richtig organisieren um diese verbrecher das handwerk zu legen.
ich könnte eine ganze bibel schreiben über diese unmenschlichen handlungen, aber wer unterstützt mich dabei?
die die das geld haben und sich anwälte nehmen können und dann ist alles ok.
casa reha schuldet mir immernoch geld, warum ich nicht geklahgt habe?
habe ich aber die haben mehr geld als ich also wars das.
falls sich jemand findet der gegen diese machenschaften das haupt erhebt, ich bin gern dabei.

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