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kobinet-nachrichten
15.04.2008 - 07:08
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Bericht von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul
Erlangen (kobinet) Wenn der Begriff der Selbstbestimmung behinderter Menschen heute in aller Munde ist, hat dies auch entscheidend mit dem Engagement von Wolfgang Uhl zu tun. Der Jurist aus Erlangen ist heute vor zehn Jahren gestorben, so dass es sich lohnt, einmal auf diese Zeit zurückzublicken und an das Wirken von Wolfgang Uhl zu erinnern.
In der eigenen Wohnung leben, Assistenz zu nutzen, um die behinderungsbedingten Nachteile auszugleichen und eine barrierefreie Umwelt. Das war nicht nur der Traum von Wolfgang Uhl, sondern auch sein Leben. Denn der oftmals äußerst unkonventionelle Jurist wusste, was er wollte und lebte dies auch. Trotz hoher körperlicher Einschränkungen hatte es sich die nötige Assistenz organisiert und durchgesetzt, machte Reisen und baute vor allem viele Organisationen in der Behindertenbewegung auf. Gemeinsam mit Dinah Radtke und vielen anderen baute er in Erlangen das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen auf und zeigte dort, was alles möglich ist. Er war Gründungsmitglied der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland und wirkte viele Jahre im Vorstand der Oranisation mit. Und er forderte viele VertreterInnen aus der Politik und Verwaltung immer wieder zum Gehen von neuen Wegen heraus. Und dies in einer Mischung aus Beherztheit, Kompetenz und Unkonventionalität. Wolfgang Uhl war ein Mensch, der viele Veränderungen bewirkt und Systeme und Menschen herausgefordert hat. Vieles gäbe es heute vielleicht ohne Wolfgang Uhl so nicht.
Das war die eine Seite von Wolfgang Uhl. Die andere Seite war die tief menschliche Art, die intensiven Gespräche und die langen Abende in seiner Küche im Herzen von Erlangen. Wolfgang Uhl schwärmte beim Wein von Neuseeland, wo er schon früh erleben konnte, wie barrierefrei eine Gesellschaft werden kann, wie man dort frei reisen kann. Wolfgang Uhl träumte von Gleichstellungsgesetzen als diese in Deutschland noch weit vor der Verabschiedung waren und Wolfgang Uhl genoß das Zusammensein mit seiner Familie. Wolfgang Uhl starb schlichtweg zu früh, denn er erreichte das 40. Lebensjahr nicht als er heute vor zehn Jahren morgens nicht mehr aufwachte. Doch auch heute wirkt er noch in vielen Menschen durch seine Art und durch seine Taten.
Maik Nothnagel schrieb am 15.04.2008, 09:25
Ich habe in den letzten Jahren sehr viel an den "alten Kämpfer" und meinen Supervisor in der Peer Counselin Ausbildung denken müssen. Von Ihn habe ich viel gelernt und über mich erfahren. Es ist so schade dass er uns so früh und plötzlich verlassen hat.
Vor kurzen habe ich erst mit Barbara Vieweg über seine sehr beeindruckende und für mich bis heute unvergessliche Trauerfeier gesprochen.
Er wird mir immer ein guter "Lehrmeister" sein, den ich nie vergessen werde.
Ottmar danke für diesen Artikel.
Maik
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