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kobinet-nachrichten 26.05.2008 - 00:00
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Würzburger Michael Gerr jetzt Stadtrat

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Von kobinet-Redakteurin Elke Bartz

Würzburg (kobinet) Seit diesem Monat vertritt der Rollstuhlbenutzer seine Fraktion, die Grünen, im Würzburger Stadtrat. Seines Wissens nach ist er der erste Mensch mit Behinderung, der in das Stadtparlament eingezogen ist. Hier will er sich auch - aber nicht nur - für die Belange behinderter Menschen einsetzen. Schließlich "machen auch Frauen nicht nur Frauenpolitik.

Das Thema Barrierefreiheit liegt Gerr sehr am Herzen: "Ziel muss es sein, die Verwaltung fit zu machen, damit sie selbst immer barrierefrei plant und bei Genehmigungen auf die Einhaltung der Gesetze achtet. Am meisten Arbeit für eine barrierefreie Stadt warten der Öffentliche Nahverkehr und beim Bestand von Läden, Büros, Restaurants und Wohnungen". Damit kann er "im eigenen Haus” beginnen, denn selbst das Würzburger Rathaus strotzt vor Barrieren. Ein neuer Aufzug soll die mangelhafte Situation deutlich verbessern.

Unter Mangel an Arbeit wird Michael Gerr wohl kaum leiden, denn er wird im Bau- und Ordnungsausschuss, im Sozialausschuss und im Kultur- und Schulausschuss mitarbeiten. Ferner vertritt er seine Fraktion im übergreifenden Aufsichtsrat der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH. Gerr: "Ich freue mich auf spannende Aufgaben, die meinen Blick auf Würzburg erweitern werden und möchte auch selbst etwas dazu beitragen diese Stadt zu verändern, damit alle hier besser leben können".

Darüber hinaus will er seine ehrenamtliche Arbeit im Vorstand der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL e.V.) weiterführen. Hier setzt er Schwerpunkte auf Inklusion und den Umbau in ein inklusives Bildungssystem - so wie es die UN-Behindertenkonvention fordert. Persönliche Assistenz und der Umbau der Eingliederungshilfe zu einem umfassenden Gesetz zur sozialen Teilhabe und Antidiskriminierung, beschäftigen ihn ebenfalls. "Diese Themen werde ich an geeigneter Stelle nun auch auf kommunaler Ebene einbringen. So fordern die Würzburger Grünen etwa die Einrichtung einer Antidiskriminierungsstelle. Es ist wichtig, dass noch mehr behinderte und benachteiligte Menschen in die Parlamente einziehen, da deren Interessen am besten von ihnen selbst vertreten werden können", meint Michael Gerr.
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Anne Röder schrieb am 12.06.2008, 21:16

Glückwunsch, Hoffnung für die alte Wahlheimat

das könnte ja wieder Anlass für eine "neue Politik" sein, wenn Herr hoffentlich nicht allein da steht. 1991 habe ich mit meiner Familie (2 Kinder) Würzburg verlassen und sind nach Bielefeld gezogen, da wir nach drei verschiedenen Versuchen und großer Unterstützung von Politk und Wissenschaft keine integrative Klasse bekamen. So wünsche ich Herrn Gerr viel Kraft und Gegenliebe die Barrieren zur Seite zu räumen und so vielleicht auch bis nach München zu wirken.

Michael Gerr schrieb am 31.05.2008, 01:05

Danke für die lieben Wünsche

... die ich gerne beherzige. Um nur die beiden letzten herauszugreifen, ich werde die einfache Sprache nicht vergessen, schon im Sinne größerer BürgerInnennähe: verständliche Sprache ist letztlich ja für alle wichtig.
Und Spaß und Lust hab ich schon die ersten Wochen - auch dadurch, dass allein meine Anwesenheit schon zu ersten Ergebnissen führt - und ich bin recht sicher, auch weiter mit Humor und hartnäckiger Lust zu arbeiten. Ihr hört sicher bald mehr von mir.

Mit herzlichen Grüßen
Michael

P.S.: Achja, und einiges lässt sich auch auf meiner Internetseite verfolgen: www.migerr.de

Petra Groß schrieb am 27.05.2008, 10:56

Alles gute denke bitte an Leichte Sprache mit dank

Hallo Michael,

Ich wünsche dir alles gute darfür und wollte gleich dir mal was mit geben das auch bei euch mal die Leichte Sprache kommt wie in Kassel.

So ich hoffe das besste für dich iund bleibt so wie du bis.

Viel Grüße von


Petra Groß
Mitglied bei Mensch zuerst und Mitarbeiterin

Ottmar Miles-Paul schrieb am 26.05.2008, 17:41

Viel Spaß und Erfolg

Lieber Michael, ich freu mich, dass du nun so richtig in die Stadtpolitik eintauchen und diese mitgestalten kannst. Ich wünsche dir dabei vor allem viel Spaß, denn ohne Spaß hält man den Stress nicht durch. Vor allem wünsche ich dir aber auch viel Erfolg, so dass sich dein Wirken lohnt.

Vor allem hoffe ich als jemand, der selbst sieben Jahre in einem Stadtparlament mitgewirkt hat und weiß, dass man dort eine ganze Menge bewegen kann, dass noch mehr behinderte Menschen den Schritt für eine Kandidatur wagen und es hoffentlich auch in Parlamente schaffen.

Also toi, toi, toi
Ottmar Miles-Paul

Wasilios Katsioulis schrieb am 26.05.2008, 11:13

Gratulation zum neuen Amt

auch von mir. Viel Erfolg!!

Wasili

Max Bleif schrieb am 26.05.2008, 11:00

erfreuliche Nachricht

Lieber Michael,

herlichen Glückwunsch zu Deiner Wahl in den Würzburger Gemeinderat. Bei Gelegenheit können wir das ja mal feiern.


Maik Nothnagel schrieb am 26.05.2008, 06:45

Glückwunsch und viel Kraft

Lieber Michael,

das ist doch eine gute Nachricht am Wochenanfang.
Ich beglückwünsche dich zu deinen Stadtratsmandat. Ich wünsche dir viel Kraft, Ausdauer, Nerven, Taktik und "Standfestigkeit", diene Ziele und Wünsche auch umsetzten zu können. So wie ich dich kennengelernt habe wird das schon gelingen. Wenn du mal nicht weiterkommen solltest, dann ruf doch einfach mal bei mir oder einen anderen behinderten "Politikerkollegen" an, es gibt ja immer mehr und ich hoffe es wagen noch viele andere von uns diesen Schritt. Das kann uns nur was bringen, wenn wir nicht wie die "anderen" werden.

Gruß

Maik

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