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kobinet-nachrichten
26.05.2008 - 06:49
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Berlin (kobinet) "Sterbehilfe in den Niederlanden", so lautet ein Vortrag von Prof. Dr. Marcus Düwell, den dieser am Mittwoch, 25. Juni von 18:00 - 19:30 Uhr im Rahmen einer Veranstaltung des Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW), Warschauer Str. 58 a, 2. Hof, 4. Stock, in Berlin-Friedrichshain (S-/U-Bahn Warschauer Straße) hält.
"Wenn hierzulande über Sterbehilfe gestritten wird, gilt die Praxis und Regulierung in den Niederlanden für die einen als der ethische Dammbruch schlechthin für die anderen als leuchtendes Beispiel verwirklichter Selbstbestimmung. Beide Seiten werden der komplexen niederländischen Situation damit aber nicht gerecht. Marcus Düwell stellt die niederländische Politik, die Rechtslage und die Praxis der Sterbehilfe in ihren sozialen, politischen, kulturellen und historischen Zusammenhang. Diese unterscheidet sich grundlegend von der Herangehensweise in Deutschland und ist deshalb aus deutscher Perspektive in der Regel schwer nachzuvollziehen. Der Vortrag beabsichtigt selbst keine ethische Bewertung der niederländischen Praxis vorzunehmen, sondern eine besser informierte Grundlage für die ethische Diskussion zu schaffen", heißt es in der Ankündigung des IMEW für die Veranstaltung.
Marcus Düwell ist Professor für Philosophische Ethik an der Universität Utrecht, wissenschaftlicher Direktor des dortigen Ethik-Instituts und Direktor der Niederländischen Forschungsschule für Praktische Philosophie.
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Der Aufzug befindet sich im Durchgang zum 3. Hof. Um Anmeldung bei Frau Entezami: E-Mail: entezami@imew.de, Tel.: 030/29381770 wird gebeten. omp
Gerhard Lichtenauer schrieb am 02.06.2008, 17:34
Kürzlich von Insiderin gehört, dass es bereits auf Intensivstationen üblich wäre, vom Pflegepersonal, abseits ärztlicher Anweisung, zusätzliche Schmerzmittel zu verabreichen. Grund: Vom leitenden Arzt wird trotz eindeutiger, dringender Indikation, an den Medikamenten gespart.
Welche Rechenstift gegen Menschenwürde einsetzende Schreibtischtäter geben Rahmenbedingungen vor, welche Ärzte/Ärztinnen sogar in diesen Grenzbereichen des Lebens zu willfährigen Lakeien des Ökonomismus verkommen lassen? Was kommt da tatsächlich noch auf uns zu?
Inge Rosenberger schrieb am 26.05.2008, 07:36
hier möchte ich aus dem Buch "Tödliches Mitleid" von Klaus Dörner zitieren:
"Wir werden im Jahre 2030 nicht mehr nur die Zwei-Drittel-Gesellschaft haben, sondern bereits die Ein-Drittel-Gesellschaft. [...] Ist es da verwunderlich, wenn heute zur Weichenstellung, zur Vorbereitung auf die Lösung dieser kommenden Probleme, ähnlich wie 1890 und wie in der NS-Zeit, wieder die Ethik des Rechts auf den eigenen Tod die öffentliche Meinung prägt?“
Das "Recht" auf den eigenen Tod könnte dann zur Pflicht werden ...
Und was passiert mit den Menschen, die nicht selbst entscheiden können?
Wird es dann ein (ärztliches) Gremium zur "Entscheidungsfindung" geben?
Wird dieses Gremium beschließen können, dass dieser Mensch "so" ganz bestimmt nicht leben will?
Ein Recht auf Schmerzfreiheit (auch durch Sucht erzeugende Mittel) wäre m. E. sinnvoller.
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