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kobinet-nachrichten 26.05.2008 - 09:41
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Ein Robbenbaby namens Paro

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Hollenbach (kobinet) Niedlich sieht es aus mit großen schwarzen Augen und plüschigem Fell, das weiße Robbenbaby. Warum es kein Entzücken, sondern eher Grausen bei ihr hervorruft, schildert kobinet-Redakteurin Elke Bartz.

Die Rede ist von Paro, der in einem Baden-Badener Altenheim, dem Christinen-Stift, "lebt". Laut heutigem Bericht der Heilbronner Stimme soll Paro demenzkranken Menschen helfen, wieder mehr am Leben teilzunehmen. Das klingt ja zunächst gut. Doch bei näherem Hinschauen auf den kleinen Heuler, wie Robbenbabys auch genannt werden, kann einen das Heulen überkommen, denn Paro ist ein Roboter - ein High-Tech-Gerät.

Das 2500 Euro teure Plüschtier wird in Japan produziert und kommt dort in Pflegeheimen sowie in Privathaushalten zum Einsatz. Und auch die Betreuerin der demenzkranken Menschen, Wilma Falk, ist stolz auf die Errungenschaft des Christinen-Stifts, durch die sie "weniger Beruhigungs- oder Schlafmittel geben" muss. "Durch Paro gelingt es mir sogar, zu Menschen Kontakt aufzunehmen, die sonst fast völlig abwesend sind", wird Falk weiterhin im Bericht zitiert.

Sind wir denn tatsächlich schon so weit, dass wir die Gefühlswelt dementer Menschen nur noch über Maschinen erreichen? Kann menschliche Zuwendung hier nichts mehr bewirken? Oder ist sie einfach nur zu teuer?

Sensorische Reize, wie das Streicheln eines Tieres und dessen vorbehaltslose Zuwendung Menschen gegenüber, haben positive Auswirkungen auf diese. Das ist längst hinreichend bekannt. Und warum können dann nicht lebendige Tiere wie Katzen, Hunde und Kaninchen in den Heimen diese "Aufgabe" übernehmen? Sind sie etwa nicht hygienisch genug? Oder benötigen sie ihrerseits zuviel Pflege, die niemand finanzieren will?

Da ist es schon beinahe ein Wunder, dass Paro mit einem weißen und nicht einem grauen Fell versehen ist, auf dem man sicherlich jeden Fleck sehen kann.
 

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