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kobinet-nachrichten 29.10.2008 - 06:27
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Defizite für behinderte Menschen im Krankenhaus deutlich

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Düsseldorf (kobinet) Dringenden Handlungsbedarf sieht die nordrhein-westfälische Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow im Hinblick auf die Situation von behinderten Menschen, die ins Krankenhaus müssen.

"Wir haben dringenden Handlungsbedarf, um die Situation behinderter Menschen im Krankenhaus zu verbessern. Sie sind vom Personalabbau im Krankenpflegebereich besonders hart getroffen. Durch die 'Pflege im Laufschritt' bleibt oft keine Zeit, während eines Krankenhausaufenthaltes auf die besonderen persönlichen Bedürfnisse behinderter Menschen einzugehen. Hier muss sofort Abhilfe geschaffen werden", erklärte die nordrhein-westfälische Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow als Fazit der unter ihrem Vorsitz stattgefundenen Sitzung des Landesbehindertenbeirates. Schwerpunktthema war "Behinderung und Krankenhaus".

"Immer wieder schildern behinderte Menschen ihre Erlebnisse im Krankenhaus. Häufig ist das ohnehin überlastete Pflegepersonal nicht auf behinderte Menschen eingestellt, es kommt zu Problemen in der Versorgung und Behandlung. Auch Unerfahrenheit und fehlende Informationen im Umgang mit den ganz unterschiedlichen Hilfebedarfen behinderter Menschen im Krankenhaus kommen hinzu", erklärte Angelika Gemkow. Bei einem gelähmten Patienten wurde der Rollstuhl beispielsweise nicht neben das Bett, sondern in eine Ecke gestellt, die der Patient "ohne seinen Rollstuhl" gar nicht erreichen kann. Einem gehörlosen Patienten wurde mündlich eine Diagnose mitgeteilt, die er überhaupt nicht verstand und ein blinder Patient wurde verunsichert, wenn an seinem Bett hantiert wurde, ohne zu erklären, was dort gemacht wird.

"Ich fordere deshalb alle Verantwortlichen im Gesundheitswesen dazu auf, die besondere Situation der behinderten Menschen in unseren Krankenhäusern kurzfristig zu verbessern und zum Thema zu machen", so Angelika Gemkow.

Hierzu müssen aus der Sicht der Landesbehindertenbeauftragten von Nordrhein-Westfalen vier Punkte schnellstmöglich umgesetzt werden:

1. Bei der Aufnahme in ein Krankenhaus muss der behinderungsbedingte Bedarf des behinderten Menschen immer abgefragt werden.

2. In jedem Krankenhaus muss ein fachkompetenter Ansprechpartner benannt werden, an den sich das Pflegepersonal bei Fragen wenden kann.

3. Die besondere Pflege und Behandlung behinderter Menschen gehört in jede Ausbildung und Weiterbildung. Dabei müssen die Krankenhäuser die Behindertenorganisationen einbeziehen. Sie sind Fachleute in eigener Sache. Ihre spezielle Kompetenz muss in Rahmenempfehlungen und Schulungskonzepte einfließen.

4. Behinderte Menschen mit einer persönlichen Assistenz im Lebensalltag müssen diese bei Bedarf auch im Krankenhaus zur Verfügung haben. moh
 

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