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12.12.2008 - 19:52

Galileo Wissenspreis geht ans Navibil.

Koblenz (kobinet) Marie und Sophie Scholz aus Koblenz haben beim Galileo Wissenspreis von Pro 7 heute Abend mit ihrem Navibil - dem Navigationssystem für Rollstuhlfahrer - das Rennen gemacht und den Preis von 25.000 Euro gewonnen.

"Treppenstufen, Kopfsteinpflaster, Bordsteine - die scheinbar einfachsten Wege können für Rollstuhlfahrer im Alltag zum Problem werden. Besonders in einer fremden Stadt. Dieser Gedanke ließ auch den 15-jährigen Zwillingsschwestern Marie und Sophie S. keine Ruhe. Für ihre Heimatstadt Koblenz haben die Schülerinnen das erste Navigationssystem speziell für Rollstuhlfahrer entwickelt: das Navibil. Es lotst den Nutzer über eine Rollstuhlfreundliche Route durch die City und informiert zusätzlich über Hindernisse, Straßenbelag, Steigungen, behindertengerechte Toiletten, Parkplätze und Restaurants", heißt es in der Projektbeschreibung für den Wissenspreis bei Pro7. Insgesamt hatten fünf Erfindungen den Weg ins Finale geschafft. Darunter waren zum Beispiel ein klappbarer Roller mit Bordcomputer und leichtem Antrieb, ein Brötchen mit zwei Oberflächen, ein audiovisuelles Wissens- und Bildungsportal und eine Webcam mit Augenkontakt.

Die 15jährigen Mädchen aus Koblenz, die über Monate hinweg die Stadt mit Rollstuhlfahrern erkundet und die Daten in ihr Navibil eingegeben hatten, zeigten sich angesichts der Preisverleihung sichtlich erfreut. Das Preisgeld wollen sie für ihr Studium investieren. Erfreut zeigten sie sich vor allem, dass es nach dem nun in Koblenz erfolgenden Einsatz des Navibils auch Anfragen aus anderen Städten wie Rostock und Berlin gäbe. Vor ein paar Monaten hatten die beiden Schwestern bei einem Treffen des rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten, Ottmar Miles-Paul, mit den kommunalen Behindertenbeauftragten und -beiräten bereits eine eindrucksvolle Präsentation abgeliefert. "Ich freue mich riesig, dass die jungen Erfinderinnen aus Rheinland-Pfalz das Rennen gemacht haben. Denn mit ihrem Navibil haben sie bei unserem Treffen nicht nur mit ihrem System überzeugt, sondern auch die Herzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch ein tolle Präsentation erobert", so Ottmar Miles-Paul. Wichtig sei nun, dass das Navibil bekannter werde und hoffentlich auch bei der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz voll zum Einsatz komme.

Viele behinderte Menschen, die von der Idee überzeugt sind, hatten u.a. für die Zwillinge geworben, auch die kobinet-nachrichten hatten mehrfach über den Wissenspreis berichtet und zur Abstimmung ermuntert. moh
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Arno Nymus schrieb am 13.12.2008, 18:46

Allerdings ...

... ist hier mehr Geld von Nöten als die 25000 Euro, die von den Mädchen jedoch sowieso nicht in die Weiterentwicklung des Geräts gesteckt wird.

Petra Nöhre schrieb am 13.12.2008, 17:32

Auch von mir herzlichen Glückwunsch

Euch beiden gratuliere ich herzlichst zu dem Gewinn, Eure Idee einfach super und auch Arbeit die Ihr in dieses Projekt gesteckt habt ist beachtlich. Hoffe so manch ein anderer der mit Stadtplanung zutuen zieht euch zu rate.

LG Petra

Jens Merkel schrieb am 12.12.2008, 22:18

Glückwunsch

Hallo ihr beiden,
herzlichen Glückwunsch zum Preisgewinn, aber vorallem zu der genialen Erfindung!! Ihr habt es wirklich verdient!! Vielleicht wird das Navibil demnächst in vielen Städten von Deutschland unersätzlich sein. Das wünsche ich Euch.
Jens Merkel
Vorstandsmitglied
von ForseA e.V.
Forum selbstbestimmter Assistenz e.V.

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