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03.06.2009 - 05:10

Einkommen und Vermögensunabhängigkeit der Assistenz war Thema.

Mainz (kobinet) Die Forderung nach einer einkommens- und vermögensunabhängigen Assistenz war gestern auch Thema beim dritten Mainzer Pflegestammtisch mit der rheinland-pfälzischen Sozialministerin Malu Dreyer.

"Wenn's zu Hause nicht mehr geht - wohin?" lautete die Kernfrage, die sich der Pflegestammtisch für diesen Abend gesetzt hatte. Sozialministerin Malu Dreyer machte bereits zu Anfang in ihrer Eingangsrede deutlich, dass es dabei vor allem darum gehen solle, Alternativen zum Heim zu suchen. Rheinland-Pfalz habe hierfür in den letzten Jahren eine Vielzahl von Unterstützungen angeboten, um diese Alternativen zu fördern. So berichteten auch eine Reihe von Angehörigen über ihre Erfahrungen, die sie mit alternativen Wohnformen gemacht haben. Kleine Wohngruppen, in denen sich die älteren Menschen wohl fühlen, ein Rahmen, in dem die demenzkranken Menschen zurecht kommen und wo die Unterstützung stimmt, sind dabei einige Ansätze, die wichtig seien.

In der Diskussion wurden eine Reihe von Baustellen aufgezeigt, an denen noch gearbeitet werden muss, um die Pflege durch Angehörige oder in alternativen Wohnformen zu erleichtern und überhaupt erst möglich zu machen. Immer wieder ging es dabei auch um die Rolle der Hausärzte, der Pflegestützpunkte und des Medizinischen Dienstes. Ganz wichtig sei die Information über die Möglichkeiten und Anbieter, die es gibt, um eine entsprechende Pflege zu leisten und zu finanzieren. Dr. Corina Zolle vom Forum selbstbestimmter Assistenz schilderte anhand ihres eigenen Beispiels wie ein Leben mit Assistenz möglich ist und dass ein Persönliches Budget hierfür sehr nützlich sein kann. Dieses könnten auch ältere Menschen in Anspruch nehmen, denn wenn sie die entsprechenden Hilfen benötigten, wären sie in der Regel auch behindert und erfüllten eine entscheidende Voraussetzung für ein Persönliches Budget. Die Rollstuhlnutzerin wies in ihrem Beitrag aber auch auf die Probleme mit der Einkommens- und Vermögensabhängigkeit der Leistungen hin und beschrieb die Hemmnisse, die derzeit bestehen. Auch Renke Theilen vom Verband der pflegenden Angehörigen machte auf die Probleme mit der Einkommens- und Vermögensanrechnung aufmerksam. Ministerin Dreyer plädierte auf eine ehrliche Debatte zur Pflege. Neben den Forderungen, die gestellt werden, müsste man sich auch dafür einsetzen, dass diese finanzierbar sind. Während die meisten in jungen Jahren gegen Beitragserhöhungen seien, werde im Alter oder im Falle einer Behinderung meist erst deutlich, dass die Finanzierung der Systeme nicht ausreiche. moh
 

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