
Von Wolfgang Hamann
Forcheim/Nieder-Olm (kobinet) Wie der Berufsverband der Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung in Werkstätten für behinderte Menschen (BeFAB) mitteilte, unterstützt der Verband die Kampagne für ein bedarfdeckendes, einkommens- und vermögensunabhängiges Teilhabesicherungsgesetz.
Der BeFAB-Vorsitzende Thomas Hofmann kommentiert die Entscheidung für die Unterstützung der Kampagne wie folgt:
Immer mehr erkennt das Fachpersonal in den Werkstätten und sonstigen Behinderteneinrichtungen die Notwendigkeit der konsequenten Abwendung einer längst überholten Behindertenhilfe, die sich offen oder verdeckt an dem bevormundeten Betreuungsprinzip orientiert. Unbestritten ist, die Werkstätten sind nicht für alle Menschen mit Behinderungen die gewünschte und geeignete Form eine gesellschaftliche Teilhabe am Arbeitsleben zu erfahren. Aber soweit die Werkstätten immer noch für bestimmte Menschen mit Behinderungen die gewünschte Teilhabe oder die einzige Alternative zur Teilhabe darstellen, haben diese trotzdem keinen Grund auf dem gegenwärtigen Niveau zu verharren. Die Werkstätten müssen sich weiterentwickeln, insbesondere nach den Interessen und Bedürfnissen der Werkstattbeschäftigten.
Dem Fachpersonal sind aber in der Umsetzung der Entwicklung der Werkstätten deutlich Grenzen gesteckt. Denn weniger die Menschen mit Behinderungen in Werkstätten sind die eigentlichen Arbeitgeber für das Personal, sondern mehr die Werkstättenbetreiber. Die Betreiber haben in den Werkstätten immer das letzte Wort, welches sich nicht zwangsläufig nach dem individuellen oder kollektiven Selbstbestimmungsforderungen der Werkstattbeschäftigten richten muss.
Die Bildung des Werkstättenpersonals - aber auch der Werkstattbeschäftigten - ist ein ausschlaggebender Motor, der die Entwicklung der Werkstätten vorantreibt. BeFAB setzt sich insbesondere für die berufliche Bildung im Sinne des Paradigmenwechsels ein. Ebenso tritt BeFAB dafür ein, dass in unserer Gesellschaft die (bereits vorhandenen und die zukünftig) verfassten Teilhaberechte für Menschen mit Behinderungen durch einen gesamtgesellschaftlichen Bildungsprozess zum Leben erweckt werden. moh