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kobinet-nachrichten 13.08.2009 - 18:36
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Amt will Gelähmten ins Heim zwingen

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Kassel (kobinet) Joachim Kollecker aus Schlangenbad im Rheingau-Taunus-Kreis soll in ein Pflegeheim abgeschoben werden. Darauf machte heute Uwe Frevert vom fab e.V. (Förderung der Autonomie Behinderter) kobinet aufmerksam. Er berät den Querschnittsgelähmten und seine Frau bei ihrer Beschwerde gegen Behördenwillkür. Im regionalen Fernsehen berichtete die hessenschau über das Einzelschicksal, das in Deutschland nur eines von immer mehr Betroffenen in ähnlicher Lage ist.

Kollecker ist seit einem Motorradunfall vor vier Jahren vom Hals abwärts gelähmt. Der 43-Jährige hat sich aber zurück ins Leben gekämpft, so die hessenschau. Unterstützt von seiner Frau und einem Pflegedienst, führt er nach seinen Möglichkeiten ein selbstbestimmtes Leben in einer mit großem Aufwand barrierefrei umgebauten Wohnung.

Für seine Assistenz wollte er nun ein persönliches Budget beantragen. Doch das Sozialamt will "die teure ambulante Pflege" nur noch bis September bezahlen, dann sollen die Eheleute getrennt und Kollecker in einem 45 Kilometer entfernten Pflegeheim untergebracht werden. Wie viel Geld darf der letzte Rest Freiheit im Leben kosten? Die hessenschau konnte diese Frage nicht beantworten. Vor einer Trennung bleibt dem Ehepaar nur der Widerspruch und ein im Ausgang ungewisses Verfahren. sch

Zum Video der hessenschau

 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Christiane Link schrieb am 16.08.2009, 01:01

Eigeninteresse?

Googelt doch mal mach dem Namen "Dieter Kirschhoch", dem Sozialamtsleiter. Zufälligerweise ist er gleichzeitig Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe, die was im Rheingau-Taunus-Kreis betreibt? Genau. Ein Heim äh Betreutes Wohnen. So ein Zufall aber auch.

Sebastian G. schrieb am 14.08.2009, 17:26

Was geht da vor?

Ich bin immer wieder entsetzt wie skrupellos manche Sachbearbeiter sind. Zum einen gibt es die bereits genannte UN-Konvention und zum anderen steht selbst im Gesetz das die Zumutbarkeit geprüft werden muss. Es ist eine Frechheit eine Heimunterbringung - erst recht wenn eine Trennung vom Ehepartner stattfindet - als zumutbar zu bezeichnen. Es ist eine Unverschämtheit was sich die Behörden dort leisten.

Es wird Zeit das sich die Gesetze ändern und das Sachbearbeiter für solche Unverschämtheiten rechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Wenn keine Moral vorhanden ist, dann sollte zumindest das Gesetz solche Leute in die Schranken verweisen.

Edgar Döll schrieb am 14.08.2009, 12:23

Unverschämt

Hört denn diese Schweinerei nie auf. Vor über 15 Jahren sollte ich,aus Kostengründen auch mal ins Heim abgeschoben werden, weis also sehr gut wie sich das anfühlt. Nur durch viele Aktionen in der Öffentlichkeit haben mich am Ende doch siegen lassen.

Edgar Döll ZSL Bad Kreuznach

Gerhard Bartz schrieb am 13.08.2009, 23:23

UN-Behindertenrechtskonvention und die Hessen

In Hessen, im Land des CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch, hat der Informationstransport zu den Sozialämtern noch nicht stattgefunden. Anders ist nicht erklärbar, wenn der Landeschef im Bundesrat die Hand für den Beitritt zur Behindertenrechtskonvention hebt und seine Staatsdiener immer noch so agieren, wie sie es vor der Konvention gemacht haben. Wenn man sich jedoch die Grafik der Wahlprüfsteine auf der ForseA-Homepage anschaut, kann man auch zu anderen Ansichten kommen: Die CDU/CSU scheint immer noch daran festzuhalten, dass sich in Deutschland nichts ändern muss. Anders lässt sich die Verweigerung der BT-Kandidaten und der MdB's dieser Partei nicht erklären. Anscheinend müssen in Hessen wieder "Heime" aufgefüllt werden. Wie kann die Forderung, ins "Heim" zu gehen als zumutbar bezeichnet werden, wenn der betroffene Mensch lieber zuhause bei seiner Frau bleiben will? Hier wird nicht nur die UN-Konvention sondern auch noch eine ganze Latte anderer Rechte gröblichst verletzt. Es wird Zeit, dass in der CDU im allgemeinen und in Hessen im besonderen die Zeichen der Zeit erkannt und eingegangene Verpflichtungen auch umgesetzt werden! Selbst den Freien Demokraten scheint es nur noch um die Freiheit ausgewählter Kreise zu gehen.

Die Grafik der Wahlprüfsteine ist auf der Internetseite von ForseA e.V. zu finden:
www.forsea.de/projekte/Teilhabesicherunggesetz/THSG_start.shtml

Thorsten Sturmacher schrieb am 13.08.2009, 20:46

Eine Sauerei

was da zu Lasten der Eheleute entschieden wurde ist eine Sauerei. Das nur Kostenueberlegungen eine Rolle gespielt haben ist offensichtlich. Das immer wieder Behinderte in Hessen solche Probleme bekommen ist bekannt. Die Eheleute verdienen unseren vollen support.

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