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19.10.2009 - 07:03

Braillepost über Eupen immer beliebter.

Von Heike Oldenburg

Berlin (kobinet) Marc Dürnholz, Vater einer blinden Tochter, ist Projektleiter des Online-Dienstes Braillepost in Eupen (kobinet 17.2.06). Es geht ganz einfach: Online werden die eigene Adresse sowie die des Adressaten angegeben, dann wird der Text (bis 4.000 Zeichen) eingetippt und mit Sicherheitscode verschickt. Drei bis vier Tage später erhält der Adressat die Sendung. Z. Zt. kann auf Deutsch, Französisch und Flämisch und so oft mensch will kommuniziert werden. Für Englisch werden noch Partner gesucht.

Momentan kommen etwa 2-3 Anfragen pro Tag bei www.braillepost.be herein. Dürnholz überprüft selbst täglich den Posteingang. Der Text wird vor der Verarbeitung zumindest oberflächlich gelesen. Ein Schreiben darf nicht gegen die guten Sitten verstoßen, rechtsextremes Gedankengut verbreiten, Gewalt verherrlichen oder eine Verleumdung darstellen. Vor dem Schreiben heißer Liebesbriefe sollte mensch bedenken, dass der Bearbeiter - beim notwendigen Querlesen - möglicher- und unbekannterweise pikante Details mitbekommt. Anders lässt es sich nicht machen. Mensch muss sich überlegen, ob sie/ er einen querlesenden Kopf samt Herz mit den Inhalten belasten möchte.

Nach der Prüfung werden die Texte an einen der beiden Mitarbeiter weitergeleitet, der sie mit spezieller Software bearbeitet, auf dem Punktschriftdrucker in der Pater-Damian-Schule in Eupen ausdruckt und bei der belgischen Post aufgibt. Braillepost wird weltweit umsonst verschickt, da das Braillepapier sehr dick ist und die Brailleschrift viel Raum auf dem Blatt einnimmt. Neben der deutlichen Aufschrift "Blindensendung" muss diese offen und kontrollierbar sein.

Seit Januar 2005 konnten rund 2400 Anfragen bearbeitet werden. Sollte der Bedarf stärker werden, gäbe es Partner in Deutschland, z.B. eine Blindenschule, wo der Teil der Braillepostaufträge, der nach Deutschland geht, von blinden Kindern des dortigen Internats bearbeitet werden könnte. Also schreibt los, und nicht nur zu Weihnachten! sch
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

heike oldenburg schrieb am 02.11.2009, 06:51

formsache

hallo uschi.

Ich schreibe regelmäßig in meinen Artikeln, wenn ich das Wörtchen „man“ schreiben sollte, „mensch“. Das Wort „man“ kommt von Mann; 30 Jahre nach der Einführung ist immerhin das Wort „frau“ nun offiziell in den Duden aufgenommen worden. Allerdings schließt das Wort „frau“ in meinen Augen nun wieder die Männer aus. Deshalb schreibe ich konsequent „mensch“. Ich bin halt Sprachwissenschaftlerin und glaube an die langfristige Änderbarkeit der Verhältnisse durch Sprache in Wechselwirkung mit andere Faktoren.

Uschi Obermayr schrieb am 20.10.2009, 12:53

Inhalt super, Text naja

Dieser Postservice ist toll, ich wurde schon öfter gefragt, wie es gehen könnte, dass ein sehender Mensch jemandem, der blind ist, außerhalb von E-Mail etc. etwas barrierefrei schicken könnte. Jetzt weiß ich eine Antwort darauf.

ich möchte noch etwas zur Form sagen: Wenn man das Wort "man" - es ist wirklich nicht besonders toll - nicht mag, sollte man es am besten vermeiden. Das geht auch ohne dieses fürchterliche "mensch". Zum Beispiel so:

Wer das Wort "man" nicht mag, kann es durch alternative Formulierungen ersetzen. Und schon klingt es gut, ohne dass irgendjemand diskriminiert wird, oder?

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