
Berlin (kobinet) An seinem Dienstsitz, dem Kleisthaus in Berlin, eröffnet der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, am 9. Februar um 18.00 Uhr die Ausstellung "Entwicklung ist für alle da! Menschenrechte für Menschen mit Behinderung umsetzen - inklusive Entwicklung gestalten".
Die Wanderausstellung von Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit (bezev) und Handicap International ist bereits in 20 Städten in Deutschland gezeigt worden, mit dem Ziel, eine breite Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern aufmerksam zu machen. Diese müssen jetzt in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt werden.
Mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung, die in Deutschland im März 2009 in Kraft getreten ist, verpflichtet sich die deutsche Regierung dazu, in allen gesellschaftlichen Bereichen Barrieren abzubauen - auch in der Entwicklungszusammenarbeit. Bei der Veranstaltung am 9. Februar stellen verschiedene Akteure aus Berlin ihre Arbeit vor: Die Geschäftsführerin der Interessensvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) berichtet von der Bedeutung der neuen UN-Konvention für Menschen mit Behinderung in Deutschland und in Entwicklungsländern. Der Solidaritätsdienst International SODI gibt Einblicke in Projekte der Entwicklungszusammenarbeit, die Menschen mit Behinderung einbeziehen. Außerdem wird eine Rückkehrerin des Weltwärtsprogramms von ihrem Einsatz im Ausland berichten. Das Entwicklungspolitisches Bildungs- und Informationszentrum EPIZ zeigt Materialien, mit denen Jugendliche an das Thema Menschenrechte herangeführt werden. In Workshops weltweit wurden Spielzeuge für Kinder mit Behinderung entwickelt, die die Sinne anregen und therapeutisch wirken: Die Initiative Fördern durch Spielmittel stellt diese vor.
Eingeladen zur Eröffnungsveranstaltung sind alle Interessierten. Die Ausstellung ist für drei Wochen im Kleisthaus zu sehen, von Montag bis Freitag von 9-18 Uhr.
Worum es in der Ausstellung geht:
Das Thema Behinderung wird in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit häufig nicht beachtet, obwohl mehr als 540 Millionen Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern leben. Dies sind 80 Prozent aller Menschen mit Behinderung weltweit und sie sind von Armut in besonderem Maße betroffen. Nach UN-Schätzungen leben 82 Prozent von ihnen unterhalb der Armutsgrenze und bilden ein Fünftel der Menschen, die von weniger als einem US-Dollar pro Tag leben.
Zur Bekämpfung der Armut weltweit gibt es neue Rahmenbedingungen. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung und die acht Millennium Entwicklungsziele, die von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 beschlossen wurden, bieten die Chance, Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern gleichberechtigt am Entwicklungsprozess zu beteiligen. Ihre Lebensbedingungen können dadurch nachhaltig verbessert werden. Unterstützt wird das Projekt von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, der Europäischen Union und vom Evangelischen Entwicklungsdienst. moh