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02.02.2010 - 16:57

Vernachlässigstes Pressethema Nr. 1: Notstand für Behinderte im Krankenhaus.

Bremen (kobinet) Als wichtigstes von der deutschen Presse vernachässigtes Thema des vergangenen Jahres, wählte die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) am vergangenen Samstag (30.01.2010) das Thema "Notstand im Krankenhaus: Pflegebedürftige allein gelassen". Die im Mai 1997 gegründete Initiative wurde in diesem Jahr von der TU Dortmund und der Jacobs University Bremen getragen. Ziel der INA ist es, wichtige Nachrichten und Themen, die in den Medien nicht genügend berücksichtigt wurden, stärker in das Bewusstsein der Journalisten und der Öffentlichkeit zu bringen.

Die Jury erklärte dazu: "Eine halbe Million Menschen in Deutschland braucht im Alltag eine Pflegekraft. Kommen diese Menschen ins Krankenhaus, müssen fast alle von ihnen auf diese Hilfe verzichten. Denn die Pflegeversicherung zahlt dann keine Betreuung mehr, weil in der Klinik angeblich eine ausreichende Versorgung gewährleistet sei. Tatsächlich haben die Pflegekräfte in den Krankenhäusern bereits zu wenig Zeit für ihre normalen Aufgaben, besonderen Bedürfnissen können sie noch weniger gerecht werden. Häufige Folgen sind: Mahlzeiten werden zu schnell abgeräumt, Patienten mit auffälligem Verhalten werden durch Medikamente ruhig gestellt."

Die Politik habe das Problem auf Drängen der Vereine für Menschen mit Behinderung erkannt und im Sommer 2009 das Assistenzpflegebedarfsgesetz verabschiedet. Allerdings garantiere das Gesetz lediglich pflegebedürftigen Menschen, die als Arbeitgeber selbst eine Pflegeassistenz beschäftigen, die zusätzliche Aufnahme der Pflegekraft im Krankenhaus. Das Gesetz komme so nur etwa 500 Menschen in Deutschland zugute - und somit nur einem sehr geringen Teil der rund 504.000 pflegebedürftigen Menschen in Deutschland.

Obwohl in der UN-Konvention die Garantie der Menschenrechte für Menschen mit Behinderung ohne Diskriminierung festgeschrieben wurde, sei über das Thema "Betreuungsqualität von Menschen mit Behinderung in Krankenhäusern" in den deutschen Medien in den vergangenen zwei Jahren nicht berichtet worden, kritisiert die INA. hjr
 

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