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kobinet-nachrichten
02.03.2010 - 00:05
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Berlin (kobinet) In ihrer März-Ausgabe veröffentlicht die Berliner Behindertenzeitung den Beitrag einer 69-jährigen Frau in eigener Sache. In dem vierspaltigen Artikel über die "Kunst des guten Todes" macht sich die nicht sehr gesunde, stark gehbehinderte Frau Gedanken: "Was wird, wenn ich nicht mehr alles aushalten kann und will?"
Die Frau ist kürzlich einem Verein beigetreten, mit dem eine Schweizer Sterbehilfeorganisation in Hannover ihre deutsche Niederlassung einrichtete. Sie ist der Ansicht, dass mehr Menschen aktiv "für ihr selbstbestimmtes Leben und Sterben" kämpfen sollten. Umso eher könne die Politik in der Bundesrepublik zu einer Gesetzesänderung gezwungen werden. sch
Karin Kestner schrieb am 08.03.2010, 13:14
Liebe Martina, (ich heiße Karin :-) )
Nein, ich bin gerade bei diesem Artikel der Meinung, dass jeder Kommentar von Seiten der Redaktion überflüssig ist. Es gibt Menschen, die sich selbst töten möchten, die sich der Dignitas anschließen. Das bleibt diesen Menschen überlassen. Auch das ist Selbstbestimmung. Für dich mag es nicht in Frage kommen, für andere ist es die Lösung.
Ein negativer Kommentar würde diesen Menschen dieses Recht absprechen.
Deshalb mein "Einspringen" für Herr Schmahl!
Viele Grüße
Karin
Martina Heidelberg schrieb am 08.03.2010, 00:38
Auch ich will keine vorgefertigte Meinung lesen, aber ich möchte schon, dass jemand reflektiert, was und worüber er schreibt.
Ich kann bei Herrn Schmahl keine "Linie" erkennen. Er schreibt m. E. unreflektiert über alles und jedes, was ihm vor die Nase kommt. Möglichst viele Artikel produzieren - egal worüber!
Darum geht es mir.
Ob er die Brisanz dieses Arikels erkannt hat???
Sabine Dittmann schrieb am 06.03.2010, 07:29
...wenn man mal nicht mehr alles alleine schafft. Da gibt es eine ganze Menge Möglichkeiten, auch wenn es im Einzelfall oft kompliziert ist durchzublicken. Es gibt die Pflegeversicherung (und Pflegedienste, die zu Hause helfen), Eingliederungshilfe, die man in Anspruch nehmen kann, um am Leben der Gemeinschaft teilzunehmen... Und die Leute, die dann kommen und einen unterstützen, tun das freiwillig bzw. weil das ihr Beruf ist, zu dem sie keiner zwingt.
Wenn bei mir der Pflegedienst kommt und beim Duschen und Anziehen hilft, bin ich mit Sicherheit keine Last für die Leute.
Vielleicht bin ich (mit Behinderung, auf den Rollstuhl angewiesen) eine Last für Freunde und Angehörige? Nein, sicher nicht. Da gibt es immer jemanden, der das Auto aus dem Schnee ausbuddelt oder mir Einkäufe bringt, wenn nötig.
Ich kann und mag mir gar nicht vorstellen, wie verzweifelt und einsam jemand sein muss, wenn er sich Institutionen wie DIGNITAS anschließt. Selbst im Fall von unheilbarer Krankheit, ich würde mir lieber ein Hospiz suchen. Mit guter palliativmedizinischer Versorgung, um nicht unnötig leiden zu müssen.
Sabine Dittmann, Kiel
Karin Kestner schrieb am 05.03.2010, 18:30
Ein Nachrichtendienst ist ein Nachrichtendienst!
Wir alle sind aufgefordert zu kommentieren, und tun dies ja auch - ich möchte mir doch ein eigenes Bild machen und nicht schon eine vorgefertigte Meinung lesen...... liebe Martina. Insofern sehe ich nichts Negatives.
Kommentare oder eigene Artikel zu bestimmten Themen sind etwas anderes. Da ist mir natürlich die Meinung der Redaktionsmitglieder wichtig.
Liebe Grüße
Karin
Martina Heidelberg schrieb am 05.03.2010, 12:22
dass Herr Schmahl nichts besseres zu tun hat, als diesen Artikel kommentarlos in den kobinet-Nachrichten "vorzustellen".
Max Mütze schrieb am 03.03.2010, 22:36
Da ist schon mal die Frage erlaubt, ob die Berliner Behindertenzeitung einer Leserin in eigener Sache vier Spalten einräumte oder ob hier die Publicrelations-Fuzzies von Dignitate in Hannover zugeschlagen haben. Wem nutzt ein solcher Artikel?
Hans-Reiner Bönning schrieb am 03.03.2010, 14:40
... sondern das traurige Abbild eines Lebensentwurfes, der auf Macht und Kampf setzt und der eigene Ängste und Schwächen nicht zulässt.
Eine scheinbar fortschrittliche Lebensvorstellung, die sich scheinbar mutig an Feindbildern abarbeitet - Zitat: "Der freie, mündige Mensch ist für BRD-Politiker eine existenzielle Bedrohung, weil man ja an todkranken Menschen immens verdienen kann".
Aha ... Dann bringen wir uns also "frei und mündig" lieber rechtzeitig um, bevor die Bösen an uns verdienen können? - Gedanken einer 69jährigen Frau, die mich eher an ein kleines Kind erinnern, das mit frierenden Fingern durch die Kälte stapft und trotzig denkt: Soll doch meine Mutter sehen, was sie davon hat, wenn sie mir keine Handschuhe anzieht!
Allerdings bleibt die Autorin nicht dabei: "Ich bin Mitglied bei DIGNITATE e.V. ..., weil ich der Meinung bin, dass kein Mensch das Recht hat, einem anderen sich als Last aufzubürden und damit dessen selbstbestimmtes Leben einzuschränken".
Es ist schon merkwürdig, so etwas in einer "Behindertenzeitung" zu lesen...
Der Autorin wünsche ich jedenfalls, dass sie sich nicht an so schreckliche Ideologien klammern muss und Halt für ihr weiteres Leben in vertrauensvollen Beziehungen zu ihren Mitmenschen findet.
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