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09.03.2010 - 07:59

Blindenfußball-Bundesliga startet am Wochenende.

Marburg/Würzburg (kobinet) Am kommenden Wochenende startet in Barsinghausen bei Hannover die Blindenfußball-Bundesliga in ihre dritte Saison. Das Team der SSG-blista Marburg, das 2008 Deutscher Meister wurde und sich in der abgelaufenen Saison mit Platz vier zufrieden geben musste, will diesmal wieder um den Titel mitspielen. Die Kicker des Berufsförderungswerkes Würzburg, bisher in einer Spielgemeinschaft mit den Berlinern dabei, wagen erstmals den Alleingang.

Die junge Mannschaft aus Studenten und Schülern der blista ist nach Auffassung von Coach Peter Gößmann spielerisch und taktisch gereift und hat eine gute Vorbereitung absolviert. Ob seine Einschätzung richtig ist, kann sein Team bereits am Sonntag zeigen. Nach dem Auftaktspiel am Samstag gegen Würzburg ist tags darauf Titelverteidiger Stuttgart Gegner. Weiter geht es dann am 10. und 11. April in Würzburg mit Spielen gegen Gelsenkirchen und St. Pauli. Am 8. und 9. Mai können sich die heimischen Fans auf spannende Begegnungen freuen, da erstmals das blista-Team in dieser Saison Heimspiele auf dem neuen Kunstrasenplatz im Georg-Gassmann-Stadion austragen kann.

Seit rund drei Jahren jagen die Spieler des BFW Würzburg, einem Bildungszentrum für blinde und sehbehinderte Erwachsene, dem runden Leder nach. "Mein Hauptziel ist der Sprung zurück ins Berufsleben", betont BFW-Blindenfußballer Florian Bauer. Schnell schießt er hinterher: "Und mein sportliches Ziel ist es, Blindenfußball-Bundesliga zu spielen." Nachdem sich das Augenlicht des 29-Jährigen in den letzten Monaten massiv verschlechtert hat, musste er von Fußball auf Blindenfußball umsatteln. Er hofft, dass er mit seinen Teamkollegen Tabellenplatz 6 und somit die Vorjahresplatzierung halten kann. Mit einem Abschneiden unter den ersten sechs Teams der Blindenfußball-Bundesliga wäre am Saisonende auch das Trainer-Team Martina Junker und Ansgar Lipecki zufrieden.

"Wichtiger als der sportliche Erfolg und der Tabellenplatz sind bei uns Teamgeist und Zusammenhalt", so die Sportlehrer. Unterstrichen wird dies durch die Tatsache, dass die Würzburger mit zwei sehbehinderten Torhütern an den Start gehen, obwohl auf dieser Position normalsichtige Spieler an der Tagesordnung sind. "Wir denken von Spieltag zu Spieltag", gibt das bayernweit einzige Blindenfußball-Bundesliga-Team schon mal eine bundesligareife Parole aus. Wobei es in der Blindenfußball-Bundesligasaison nur vier Spieltage gibt, zu denen jeweils alle neun Mannschaften anreisen (kobinet 2.3.10). sch


 

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