
Düsseldorf (kobinet) Das Inklusionsfest auf der großen Wiese zwischen dem nordrhein-westfälischen Landtag und der Staatskanzlei in Düsseldorf war heute das größte Ereignis am Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Im Mittelpunkt standen Kinder und Jugendliche, die Inklusion feierten und vorlebten.
„Eine inklusive Schule für Alle“ ist für manche Heranwachsende schon Wirklichkeit, für die Mehrheit noch ein Wunsch. „Es ist wichtig, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam aufwachsen, weil jeder einzelne und die Gesellschaft voneinander lernen können“, erklärte hier Frederic Glauber, Aktivist an der Uni Köln, der an einer Bildungsstreik-Demo unter dem Motto „Bildung gehört Allen“ teilgenommen hatte und zusammen mit den anderen Demonstranten das Inklusionsfest besuchte.
„Wir sind uns einig, dass in Deutschland endlich alle Menschen gleiche Bildungschancen bekommen müssen, und dass Bildung weit mehr ist als wirtschaftlich verwertbares Wissen“, sagte Eva-Maria Thoms vom Kölner Elternverein mittendrin e.V, der zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben – gemeinsam lernen e.V. und dem NRW-Bündnis „Eine Schule für alle“ zu dem Fest aufgerufen hatte.
Aus allen Teilen Nordrhein-Westfalens waren Teilnehmer angereist, um die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung zu feiern, die seit nunmehr einem Jahr für Deutschland rechtsgültig ist. Die Konvention verlangt, was Eltern von Kindern mit Behinderung seit 25 Jahren fordern: Das Recht auf gemeinsames Lernen und den Aufbau eines inklusiven Bildungssytems, in dem Kinder mit Behinderung selbstverständlich dabei sind.
Die jugendlichen Teilnehmer des Festes lebten vor, was Inklusion bedeutet: Das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Ihre Botschaft richtete sich vor allem an die kommende Landesregierung. Gefordert wird die zügige Umsetzung der UN-Konvention: der Aufbau eines ordentlich finanzierten inklusiven Bildungssystems. Die amtierende Landesregierung hat bisher nichts getan, den internationalen Verpflichtungen nachzukommen. Weiter werden in Nordrhein-Westfalen rund 85 Prozent aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf Sonderschulen zugewiesen – auch gegen deren Willen. sch