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11.05.2010 - 14:51

Rechtsanspruch auf gleichgeschlechtliche Pflege verankern.

Berlin (kobinet) Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) hat heute ihre Forderung nach einem wirksamen Schutz vor sexuellem Missbrauch bei Menschen mit Behinderungen bekräftigt. „Um sexuellem Missbrauch wirksam vorzubeugen, muss als Sofortmaßnahme ein Rechtsanspruch auf gleichgeschlechtliche Pflege verankert werden“, sagte ISL-Geschäftsführerin Dr. Sigrid Arnade gegenüber kobinet. Dieses Thema müsse auch am Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch diskutiert werden.

In diesem Zusammenhang begrüßte Arnade die Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, der sich dem Vernehmen nach mit der Forderung nach der Beteiligung von Menschen mit Behinderungen am Runden Tisch im Familienministerium durchsetzen konnte (kobinet 11.5.10).

Wenn Menschen mit Behinderungen nun endlich am Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch beteiligt werden, dann ist laut Arnade sichergestellt, dass das Thema „gleichgeschlechtliche Pflege“ auf den Tisch kommt. Gerade bei behinderten Mädchen und Frauen, die besonders häufig Opfer sexueller Übergriffe sind, seien gleichgeschlechtliche Pflegekräfte eine wichtige Präventionsmaßnahme. „Mit Frauenpflege hätte sich der jüngst bekannt gewordene sexuelle Missbrauch einer Wachkomapatientin in einer rheinland-pfälzischen Caritaseinrichtung verhindern lassen“, so Arnade. sch


 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Gregor Holwig schrieb am 14.05.2010, 13:24

Sexistische Diskiminierung

Diese Forderung beinhaltet meiner Meinung nach die Unterstellung, jeder Mann sei ein Vergewaltiger und die Geburt mit einm Penis bringt eine genetische Prädisposition als Missbrauchender mit sich. Das ist zutiefst diskriminierend und sexistisch. Dagegen verwahre ich mich. Das AGG sagt eben auch, daß Menschen nicht nur in Bezug auf Behinderung, Alter, religiösem Hintergrund gleichbehandelt werden sollen, sondern eben auch in Bezug auf Geschlecht. Dieser Artikel steht hier in völligem Widerspruch dazu. So wichtig wie der Schutz vor Mißbrauch ist, sowenig sollte man leichtfertig mit verstaubten Klischees arbeiten. Sinnvoller wäre, über wirklich hilfreiche Maßnahmen nachzudenken.

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