
Berlin (kobinet) Die umstrittene Benotung der Pflegeheime ist nach einer Entscheidung des Sozialgerichts Münster irreführend und rechtswidrig.
Die Beurteilungskriterien in den sogenannten Transparenzberichten seien "nicht geeignet, die von den Pflegeheimen erbrachten Leistungen und deren Qualität sachgerecht zu beurteilen", erläuterte ein Gerichtssprecher das am Montag veröffentlichte Urteil (AZ: S6P111/10). Ein Heim in Borken gegen seine Benotung geklagt.
Der Streit um die Transparenzvereinbarungen, mit der seit ihrer Einführung im vergangenen Jahr die Qualität der Pflege verbessert werden soll, war in diesem Monat eskaliert (kobinet 18.8.10).
Das Gericht stützte sich in seinem Urteil unter anderem auf eine wissenschaftliche Studie vom Juli 2010. Diese hatte ergeben, dass nur zwei der 64 Einzelnoten den Maßstab der Ergebnisqualität beträfen. Die Darstellung der Pflegenoten im Transparenzbericht sei für den Leser nicht nachvollziehbar. Sie stelle eine Irreführung der Verbraucher dar, heißt es im Urteil.
Der Spitzenverband der Pflegekassen lobte dagegen die Transparenz, die durch die Vergabe von Noten entstanden sei. "Die Pflegenoten haben erstmals Transparenz in die Pflegequalität gebracht", wurde Verbandssprecher Florian Lanz heute im Online-Dienst des Zeit-Magazins zitiert. Nach seiner Meinung wäre es ein gewaltiger Rückschritt, wenn sich künftig schlechte Pflege wieder unter dem Mantel der Intransparenz verstecken könnte. sch
Inge Rosenberger schrieb am 04.09.2010, 17:59
Pflegeheime können sich durch Software Noten nach Wunsch verschaffen!
Zitat: [....] Kurz: Mit unserer Software können Sie so tun, als seien Sie der MDK. Sie sind damit dem MDK einen entscheidenden Schritt voraus. [....]
www.tinyurl.com/yhwzfyf
Evi Lange priv. Initiative "Pflege in Würde" schrieb am 03.09.2010, 22:03
Pflegenoten- ein unsinniger, teurer Aktionismus und rechtswidrig!
Man kann eine Pflegeeinrichtung nicht, an einem Tag überprüfen. Z.B. wenn im Pflegeheim " zur traurigen Aussicht", mit der Note "Eins" am Tag der Bewertung sämtliches Personal anwesend ist, - die Bewohner beschäftigt werden, was sonst selten vorkommt,- ordentlich geputzt ist und es nirgends schlecht riecht, - das Gebäude viel zu modern ist, so dass alte Menschen sich nicht heimisch fühlen können und weil sie auf Bauruinen und Autos sehen- dann gibt´s die "Eins".
Wenn im Pflegeheim "zur Weitsicht" bewertet wird, gefällt den Prüfern vielleicht der Altbau im Grünen nicht,- die kleineren aber geöffnete Fenster entsprechen überhaupt nicht dem heutigen Standart. Dann liegen auch noch Bewohner auf einem altbackenen Sofa herum, wo solche Leute doch besser ins supermoderne, kopfkissenarme Bett gehören. Hier gibt es nur die Note "Drei". Zum Glück! Denn hier fühlen sich die Senioren "wie Zuhause". Jemandem dieses Glück zu nehmen ist rechtswidrig!
Vor einigen Tagen, traf ich mich mit Angehörigen und der Heimleitung in einer Pflegeeinrichtung, um über die sehr schlechte Versorgung und Pflege der Mutter zu sprechen. Die "Krisensitzung" verlief hart, aber fair und nach einigen Wochen zeigte sich
der gewünschte Erfolg. Die Mutter wurde fachgerecht gelagert,- bekam entsprechende Kost,- wurde menschenwürdig
gepflegt, was vor- und Wochen nach der Pflegebewertung nicht der Fall war. Wie dieses Heim an die Pflegenote "Eins" gekommen ist? ....Und so treiben manche Betreiber weiterhin ihr Unwesen, während manche Pflegeheime wissen, was gute Pflege bedeutet.Für sie stehen die Pflegenoten nicht im Mittelpunkt, sondern ihre Bewohner. Tranzparenz bedarf keiner eintägigen Heimbegehung, sondern vieler offenen Augen und engagiertes Handeln, aller Besucher in Heimen.
pflege-in-wuerde@t-online.de