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kobinet-nachrichten 01.09.2010 - 06:09
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Mangel an altersgerechtem Wohnraum beklagt

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Frankenthal (kobinet) Den Mangel an altersgerechtem Wohnraum bemängelte der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl auf dem Verbandstag der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft in Frankenthal.

"Die Situation wird sich verschärfen. Die am schnellsten wachsende Personen­gruppe ist jene über 80 Jahre. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird bis zum Jahr 2050 auf zwölf Prozent anwachsen. Wenn also die angestammte Wohnung die häusliche Pflege nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen zulässt, ist der Weg zur Pflege im Heim vorgezeichnet." Das sei menschlich und auch finanziell die schlechtere Lösung, so Carsten Kühl. "Deshalb bleibt die Herstellung von behinderten- und altersgerechtem Wohnraum weiterhin ein Schwer­punkt unserer Wohnungspolitik."

Ein weiteres Augenmerk richtete der Minister auf einkommensschwache Haushalte. Zu wenig Fertigstellungen von Wohnungen würden mancherorts die Wohnungsmarktlage belasten, zitierte der Minister das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. "Die rheinland-pfälzische Landesregierung wird die Lage am Wohnungsmarkt genau beobachten. Sollte es in bestimmten Regionen in Rheinland-Pfalz tatsächlich zu einer Gefährdung kommen, werden wir gezielt handeln." Einer breiten Förderung, die den Wohnungsbau undifferenziert in ganz Deutschland mit Hilfe steuerlicher Vergünstigungen fördere, erteilte er eine Absage. "Das sage ich jetzt nicht nur als Finanzminister, sondern dazu stehe ich auch als Wohnungsbauminister."

Der rheinland-pfälzische Landes-Haushaltsentwurf 2011 weist für den Wohnungsbau etwa 35 Millionen Euro aus, unverändert zum Vorjahr. "Insbesondere für den sozialen Wohnungsbau tut Rheinland-Pfalz also viel. Und wir werden auch in Zukunft viel tun, schon weil zu einer sozialen und gerechten Gesellschaft bezahlbarer Wohnraum für alle gehört." moh
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Jörg W. Birk schrieb am 01.09.2010, 23:42

Wohnraum verändern

es hat ja nicht nur mit dem alter zu tun. ich möchte mich doch selber in einem umfeld bewegen können, daß mir keine ecken und kanten entgegensetzt. als architekt wundere ich mich 1., dass bei neuplanungen sowenig augenmerk auf vermeidbare schwellen gelegt wird und 2., die perspektive aufs älterwerden ausgeblendet wird und 3., dass der planende architekt gar nicht gesucht wird. oder wird er nicht gefunden ? seitdem ich einen auf den rollstuhl angewiesenen mitarbeiter beschäftige, weiss ich erst, wo wir überall nicht hinkommen und ich hinterlasse auch jedesmal meine beschwerde.

Peter Baaken schrieb am 01.09.2010, 17:47

Barrierefreier Wohnraum im gesamten Wohnungsbestan

Es wird u. a. aufgrund aufgrund des demographischen Wandels nicht reichen, barrierefreien und bezahlbaren
Wohnraum ausschließlich im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus zu schaffen. Dringend erforderlich ist
auch, die Schaffung von barrierefreiem und wenn möglich bezahlbarem Wohnraum im freifinanzierten Wohnungsbau. Nur so lassen sich z. B. vorzeitige und unnötige Heimaufenthalte und unnötige Kosten vermeiden bzw. hinauszögern.

Die fehlende Barrierefreiheit in Wohngebäuden, Häusern etc. verursachen aus meiner Sicht steigende Kosten, die vermeidbar sind (siehe oben). Das Bau- und Genehmigungsrecht für Wohnungen und Häuser muss deshalb dringend und bundesweit so geändert werden, das in Zukunft nur noch Wohnungsbauvorhaben genehmigt werden, die nach Ihrer Fertigstellung barrierefrei sind. Der Gedanke der Prävention muss hier vielmehr zu Geltung kommen. Die Aus- und Fortbildung von Architekten muss auch um das Thema "barrierefreies Bauen" obligatorisch ergänzt werden.

Auch die UN-Behindertenrechtskonvention muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Nach Artikel 19
ist Menschen mit Behinderungen eine Unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft zu ermöglichen.

Andrea Heidrich schrieb am 01.09.2010, 13:50

Es mangelt überhaupt an barrierefreien Wohnraum

Ich denke, dass es nicht nur an altersgerechten Wohnraum mangelt. Sondern es mangelt an bezahlbaren barrierefreien Wohnraum. Gäbe es genug barrierefreie Wohnungen, gäbe es automatisch auch mehr seniorengerechte Wohnräume. Es kann nicht sein, dass man auf barrierefreie Wohnungen, die auch vom Sozialträgern anerkannt werden, eine Wartezeit von minimal 2 Jahren hat. Ist es richtig, dass eine wirkliche Barrierefreiheit nur existiert, wenn man in der Lage ist Wuchermieten zu zahlen ? Es fließen jährlich erhebliche Summen in den sozialen Wohnungbau, trotzdem entsteht nur ein geringer Prozentsatz an behindertengerechten und altersgerechten Wohnungen. Während hier ein Mangel herrscht, stehen in manchen Städten die Wohnungen reihenweise leer. Es herrscht bei den Städten eine absolute Fehlplanung. Immer wieder planen die Städte am Bedarf des Bürgers vorbei und vernichten so unsere Steuergelder.

Gruß
Andrea

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