Berlin (kobinet) Auf der Gedenkveranstaltung für die Opfer von „Euthanasie“ und Zwangssterilisation wird heute in Berlin die 93-jährige Dorothea Buck erwartet, die als Zeitzeugin und Betroffene der NS-Verbrechen eingeladen wurde.
Die Bildhauerin und Autorin, die unter dem Nazi-Regime zwangssterilisiert wurde, und Bundesbehindertenbeauftragter Hubert Hüppe sprechen zum Thema „Die Geschichte überleben und die Psychiatrie verändern“. Anlässlich des Jahrestages des sogenannten „Euthanasie-Erlasses“ vom 1. September 1939 hatte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen betont, es dürfe in Deutschland nicht wieder zwischen angeblich „lebensunwertem“ und „lebenswertem“ Leben unterschieden werden. Diese Mahnung gelte gerade angesichts neu aufkommenden eugenischen Gedankengutes (kobinet 31.8.10).
Dorothea Buck wurde aufgrund des von den Nazis erlassenen Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses in den v. Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel zwangssterilisiert. Ab 1937 erlernte sie das Töpferhandwerk und besuchte ab 1942 die private Städel-Kunsthochschule in Frankfurt am Main. Eine Aufnahme an der Hochschule wurde nur möglich, weil sie ihren Psychiatrieaufenthalt und vor allen die Sterilisation verschwieg, da Sterilisierten vom NS-Regime unter anderem der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen verwehrt wurde.
Ein aktuelles Video auf YouTube zeigt einen Beitrag des Fernsehmagazins Kontraste über das Schicksal von Dorothea Buck und ein in der Öffentlichkeit weitgehend verdrängtes Thema. sch