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Leserbriefe.

Zu "Werkstätten und Inklusion", 12.08.2010 - 18:41 (zum Artikel).

angelika mincke schrieb am 13.08.2010, 08:42

Wenn da einer Denkt, dann kommt grosses dabei raus

"Inklusion bedeutet mehr als das Schaffen von ausgelagerten Arbeitsplätzen. Inklusion ist erst dann vollbracht, wenn die Menschen mit Behinderungen nicht mehr gemieden, sondern anerkannt und fair behandelt werden."

Dann lagern wir jetzt noch langzeitarbeitslose aus, und nennen dies dann gelungene Inklusion? Soll das ein Witz sein.
Leider kann ich darüber nicht lachen.
Die einen Werkstätten wollen sich jetzt noch über Langzeitarbeitslose bereichern, die anderen Werkstätten haben Tageskliniken für sich entdeckt, aber bitte nur für Menschen die nicht so Pflegeaufwendig sind, diese sollen dann doch bitte ins Pflegeheim.
Und wie immer geht es hier weder um Inklusion noch um Menschen, einzig ist hier der Gedanke wie können wir noch mehr Geld umsetzten. Und uns ein Denkmal von Genialität schaffen weil wir ja die Inklusion geschafft haben umzusetzten.

Hans-Reiner Bönning schrieb am 12.08.2010, 22:43

Bankrott-Erklärung?

Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) beschäftigen Menschen, die "nicht oder noch nicht" auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können. Sie bekommen von je her eine Menge Geld dafür, damit sie wenigstens einen Teil ihrer behinderten MitarbeiterInnen für den ersten Arbeitsmarkt fit machen.
Doch die Vermittlungsquote von behinderten WerkstattmitarbeiterInnen in normale Betriebe oder wenigstens in Integrationsbetriebe beträgt bundesweit weit unter einem Prozent! Das hat sich seit Jahrzehnten nicht geändert.

Wenn ich die blumigen Worte aus der langen Rede richtig verstanden habe, wollen sich Werkstatt-Träger jetzt von dieser für sie unlösbaren Aufgabe verabschieden. Aber nicht etwa, indem sie das Geld dafür anderen überlassen, die das nachweislich können. Statt dessen wollen sie jetzt kleine Behindertenwerkstättchen in normalen Betrieben oder in Integrationsbetrieben einrichten - und das soll dann die wahre "Inklusion im Arbeitsleben" sein.

Mich erinnert das an bankrotte Banken, die nach öffentlichen Geldern verlangen, weil sie doch am besten wüssten, wie man mit Geld umgeht.

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