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Leserbriefe.

Zu "Protest gegen diskriminierende Bedienungsanleitung", 13.08.2010 - 06:52 (zum Artikel).

Gisela Maubach schrieb am 15.08.2010, 19:32

Absurder geht's kaum noch

Da beschäftigt ein Landtagsabgeordneter die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wegen eines Kleinstaubsaugers, obwohl bekannt ist, dass es in allen möglichen Bedienungsanleitungen unzählige völlig unsinnige Formulierungen gibt, und wenn hier sinngemäß bemerkt wird, dass es sicherlich wichtigere Probleme auf der Welt gibt, nimmt sich ein weiterer Leserbrief-Schreiber die Zeit, um hier mitzuteilen, dass seine Vorgänger ihre Zeit für ihr Leserbrief-Schreiben besser für andere Probleme in der Welt nutzen sollten . . .

Es ist schon bedenklich, wenn man den Begriff Diskriminierung für sich beansprucht, während man gleichzeitig pflegende Angehörige beleidigt (!), weil sie noch die Zeit finden, hier auf die Verhältnismäßigkeit bei der Verwendung eben dieses Begriffes hinzuweisen!

Frank Herrmann schrieb am 15.08.2010, 18:24

Man muss hier wohl nicht alles verstehen

Wenn ich mir diese Leserbriefe anschaue, dann muss man doch wohl nicht alles verstehen. Da macht sich jemand auf den Weg, sich gegen diskriminierende Vorschriften zur Wehr zu setzen und die versammelte Leserbriefgemeinschaft hat anscheinend nichts besseres zu tun, als rumzumeckern. Vor allem, wenn es dabei mit Andreas Jürgens um jemanden geht, der sich seit über 30 Jahren gegen Diskriminierungen jeglicher Art krumm legt und für viele gesetzliche Verbesserungen gekämpft hat.

Merken Sie eigentlich nicht, dass Ihr Genölle um alles und jegliches so manchen nervt und demotiviert. Anstatt froh zu sein, dass jemand etwas anpackt, was nicht in Ordnung ist, wird hier rumgemault. In der Zeit hätten Sie sich auch um ein Problem kümmern können, dass in dieser Welt noch besteht.

Genervt
Frank Herrmann

Gisela Maubach schrieb am 15.08.2010, 11:01

Schwerwiegende Probleme von Politikern


Sehr geehrter Herr Schneider,

Sie sprechen mir aus der Seele!

Wenn man seit 23 Jahren einen geistig schwerstbehinderten Sohn durch sämtliche (überwiegend durch Politiker verursachte) bürokratischen Diskriminierungen begleitet, und wenn man sorgenvoll in die Zukunft schaut, weil beispielsweise in Berlin hinter verschlossenen Türen über Pflegenotstand und die "Reform" (= Kürzung) der Eingliederungshilfe diskutiert wird, um wegen der demographischen Entwicklung wenigstens einen Ansatz von Zukunftssicherheit zu suggerieren, dann stellt sich mir bei einem derartigen Artikel ganz kurz die Frage, warum sogar Selbstvertreter aus der Politik bei der Verwendung des Begriffes Diskriminierung grundsätzlich nur an die eigene Betroffenheit denken, wo so eine Bedienungsanleitung eines Kleinstaubsaugers offensichtlich ein schwerwiegendes Problem darstellt.
Pflegenden Angehörigen von Menschen mit schwersten Behinderungen, die eben doch lebenslang "der Aufsicht bedürfen" und kein eigenständiges Leben führen können und deren Fremdbestimmung keinen "behinderten"freundlichen Politiker interessiert, fällt bei einem derartigen Kobinet-Beitrag wahrscheinlich nur folgender Kommentar ein:

"Diese Sorgen eines Landtagsabgeordneten möcht' ich haben!" . . .


Robert Schneider schrieb am 14.08.2010, 12:45

Mit Kanonen auf Spatzen

Elektrolux ist eine schwedische Firma, die vor einigen Jahren die Marke AEG von der insolventen Allgemeinen Elektricitäts Gesellschaft gekauft hat.
Der Hinweis auf die Benutzung unter Aufsicht lässt darauf schließen, dass da einer Produkthaftungsklage vorgebeugt werden soll. Vielleicht hat sogar jemand bereits einen Schadensersatz erstritten, weil er als Behinderter in irgendeiner Form durch ein Produkt dieser Firma zu Schaden kam. Juristen können da ungeheuer innovativ sein.
Ich bin selbst behindert und sehe die Formulierung eher als lustig-verunglückt an. Wer weiß, wie die Formulierung in der Originalsprache lautet.

Es gibt so viele Fälle von Diskriminierungen Behinderter, die täglich als vollkommen normal hingenommen werden, im Vergleich dazu wird hier für mein Gefühl mit einer großen Kanone auf einen kleinen, verirrten Spatz geschossen.

Aber ein Gutes hat die Sache: Jetzt wissen wir wenigstens, was hessiche Landtagsabgeordnete in ihrer Freizeit so machen.

Robert Schneider

Gerd Frank schrieb am 13.08.2010, 11:20

damit ist es nicht getan

Die Aussage von S. Schmidt ist in keinster Weise nachvollziehbar.
@ S. Schmidt: Wie würdest du dich fühlen, wenn man dich mit einem Kind auf eine Stufe stellt?
Über deine seltsame Ansicht kann man echt nur den Kopf schütteln.
Mit Opfer hat das rein garnichts zu tun. Es gibt genug die der Ansicht sind, das behinderte Menschen unfähig sind ohne Aufsicht überhaupt etwas zu tun. Sie fühlen sich dann noch bestätigt in ihrer Ansicht durch ein solche Bedienungsanleitung. Es gibt einige die glauben behindert=doof.
Das Dr. Andreas Jürgens die Fa. AEG angeschrieben hat ist vollkommen richtig und hat meine Unterstützung. So etwas kann man nicht einfach stehenlassen und muß öffentlich gemacht werden. Es ist nunmal diskriminierend für behinderte Menschen mit Kindern auf eine Stufe gestellt zu werden.

S. Schmidt schrieb am 13.08.2010, 08:48

hinterher einen auf Opfer machen

Weshalb der Staubsauger nicht gleich an den Händler / die Händlerin zurück gegeben wurde, fragt 'man' sich dennoch.
S. Schmidt.

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